Spurgeon, Charles Haddon – Aus der Schatzkammer Davids – Der 1. Psalm.

Spurgeon, Charles Haddon – Aus der Schatzkammer Davids – Der 1. Psalm.

Überschrift.

Wir können diesem Psalm die Überschrift das Vorwort geben, da der Inhalt des ganzen Psalters darin angedeutet ist. Des Psalmisten Wunsch ist, uns den Weg zur wahren Glückseligkeit zu zeigen und uns vor dem sicheren Untergang der Sünder zu warnen. Eben dies ist auch der Gegenstand des ersten Psalms, der gewissermaßen als der Text gelten kann, zu welchem der ganze Psalter die göttliche Predigt bildet.

Einteilung.

Der vorliegende Psalm besteht aus 2 Teilen. Im ersten (V. 1-3) führt David aus, worin die Glückseligkeit des Frommen besteht, womit er sich beschäftigt, und was für Segnungen er vom HErrn empfängt. Im zweiten Teil (V. 4 bis zum Schluss) stellt er dem gegenüber den Zustand und das Wesen des Gottlosen dar und enthüllt dessen Zukunft, indem er in markigen Zügen sein endliches Schicksal beschreibt.

Auslegung.

1. Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt1) auf den Weg der Sünder, noch sitzt, da die Spötter sitzen, 2. sondern hat Lust zum Gesetz des HErrn, und redet2) von seinem Gesetz Tag und Nacht!

Siehe, wie der Psalter mit einer Seligpreisung beginnt, gerade wie die gewaltige Bergpredigt unseres Heilandes. Wie viel liegt in diesem freudevollen Ausruf über das Glück dessen, der bei Gott in Gnaden steht. Wenn unsere Sprache die wörtliche Wiedergabe des vielsagenden Ausdruckes erlaubte, würden wir übersehen: „O der Glückseligkeiten des Mannes, der usw. „ Dass die Mehrzahl gebraucht ist, deutet an, wie mannigfaltig die Segnungen sind, welche auf dem Manne ruhen, der in Gottes Augen gerecht ist, und wie erhaben und vollkommen das Glück ist, dessen er genießt. Möge der Segen dieser Seligpreisung auch auf uns ruhen!

Der begnadigte Mensch wird hier erst (V. 1) beschrieben nach dem, was er nicht tut, und sodann (V. 2) nach dem, was er tut. Er ist ein Mensch, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen. Er folgt weiserem Rat, er wandelt in den Geboten des HErrn, seines Gottes. Ihn dünken die Wege der Gottseligkeit friedliche und liebliche Pfade. Seine Schritte richten sich nach dem Worte Gottes und nicht nach den listigen und verruchten Anschlägen fleischlich gesinnter Leute. Es ist ein starker Erweis davon, dass im Innern die Gnade waltet, wenn im äußeren Wandel eine Umänderung eingetreten und das ungöttliche Wesen von unserm Handeln abgetan ist.

Beachte ferner: er steht nicht auf dem Weg der Sünder. Sein Umgang ist gewählter als früher. Obwohl von Natur ein Sünder, ist er nunmehr ein mit dem Blut der Versöhnung gewaschener Sünder, lebendig gemacht durch den Heiligen Geist und im Herzen erneuert. Durch Gottes große Gnade steht er in der Gemeinschaft der Gerechten, und darum darf er sich nicht der Menge derer, die Böses tun, beigesellen. Wiederum heißt es: er sitzt nicht, da die Spötter sitzen. Er findet keine Ruhe bei den Spöttereien der Gottesleugner. Mögen andere mit Sünde, Ewigkeit, Himmel und Hölle und dem ewigen Gott ihren Spott treiben, hat eine bessere Weisheit kennen lernen als die Philosophie des Unglaubens und ist von der Gegenwart Gottes zu sehr durchdrungen, als dass er es ertragen könnte, seinen Namen lästern zu hören. Des Verächters Sitz mag stolz erhaben sein, dennoch ist er der Höllenpforte sehr nahe. Lasst uns von ihm fliehen, denn bald wird er leer sein und Verderben den Mann verschlingen, der jetzt darauf sitzt. Man beachte die Steigerung im ersten Verse:

Er

er wandelt* nicht in dem Rat der Gottlosen,
noch
steht er auf dem Weg der Sünder,
noch
sitzt er da sitzen die Spötter. Menschen, die in der Sünde leben, sinken von einer Stufe des Bösen zur anderen. Erst wandelt man nur im Rat der Gottlosen, die in ihrem Leichtsinn Gottes vergessen, das Böse wird tatsächlich ausgeübt, aber es ist noch nicht zur Natur geworden; aber danach wird einem das Schlechte zur Gewohnheit, und man steht nun auf dem Wege der offenbaren Sünder, die in augenfälligen Tatsünden dahinleben und mit Vorsatz Gottes Gebote übertreten; und wenn sich selbst überlassen, geht man noch einen Schritt weiter und wird zum Lästerer und Verführer, der andere mit ruchloser Lehre pestartig ansteckt, und nun sitzt man, da die Spötter sitzen. Solche sind im Laster zu Würden gekommen, sind bestallt als echte Doktoren der Verdammnis und stehen als Meister der Verruchtheit bei den Bösen in hohem Ansehen. Aber der Mann, der die Glückseligkeit der Gemeinschaft mit dem HErrn und seinem Worte kennt und der Erbe all der Segnungen Gottes ist, kann mit Leuten dieser Art keine Gemeinschaft pflegen. Er hält sich rein von solchen Aussätzigen; alles Böse tut er ferne von sich, denn er hasst den vom Fleische befleckten Rock (Jud. V. 23); er sondert sich von den Gottlosen ab und geht hinaus außer dem Lager, die Schmach Christi tragend (Heb. 13, 13). O dass uns Gnade zuteil werde, also von den Sündern abgesondert zu sein. Und nun lasst uns sehen, wie des Frommen Wesen uns beschrieben wird. Er hat Lust zum Gesetz des HErrn. Er lebt nicht unter dem Gesetz als einem Fluch und Verdammungsurteil, sondern in demselben (vergl. 1. Kor. 9, 21), und es ist seine Lust, sein Element und die Regel seines Lebens. Eine Lust ist es ihm auch, über das Gesetz des HErrn nachzusinnen, bei Tage darin zu lesen und bei Nacht darüber nachzudenken. Er nimmt sich ein Schriftwort heraus und trägt es den ganzen Tag mit sich umher; und wenn des Nachts der Schlaf seine Augenlider flieht, sinnt er über seines Gottes Gesetz. Am Tage des Glücks singt er Psalmen aus dem Worte Gottes, und in der Nacht des Leidens tröstet er sich mit den Verheißungen aus demselben teuren Bibelbuche. „Das Gesetz des HErrn“ ist das tägliche Brot des wahren Gläubigen. Und wie klein war doch zu Davids Zeit der Umfang der Heiligen Schriften, hatte man doch kaum etwas außer den fünf Büchern Mose! Wie vielmehr denn sollten wir das ganze geschriebene Wort Gottes schätzen, umso mehr noch, als wir so bevorzugt sind, es überall in unseren Häusern zu haben. Aber welch schlechte Behandlung wird diesem Boten des Himmels zuteil! Wir gleichen nicht alle den Leuten zu Beroea, die täglich in der Schrift forschten (Apg. 17, 11). Wie wenige unter uns können auf die Seligpreisung unseres Psalmwortes Anspruch erheben. Vielleicht könnten einige von euch eine Art negativer Reinheit beanspruchen, weil ihr nicht in den Wegen der Gottlosen wandelt; aber lasst mich euch fragen: Habt ihr Lust zum Gesetz des HErrn? Forscht ihr in Gottes Wort? Macht ihr es zu eurem Geleitsmann, eurem besten Gesellschafter, eurem Führer zu allen Stunden? Wenn nicht, so dürft ihr euch diese Seligpreisung nicht zueignen. 3. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen,
der seine Frucht bringt zu seiner Zeit,
und seine Blätter verwelken nicht;
und was er macht, das gerät wohl. Also nicht ein wilder Baum ist er, sondern er ist gepflanzt, auserwählt, als Eigentum wertgeschätzt und gepflegt und darum gesichert vor dem endlichen schrecklichen Ausreißen, das alle Pflanzen, die der himmlische Vater nicht gepflanzt hat (Matth. 15, 13), erfahren werden. An den Wasserbächen steht er, so dass, wenn ein Bach versiegen sollte, ein anderer ihn tränkt. Die Wasserbäche der Vergebung und der Gnade, der Verheißung und der Gemeinschaft mit Christo sind nie versiegende Quellen.
Er ist gleich einem Baume, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit; nicht unzeitige Früchte, gleich den frühreifen Feigen, die nie den vollen Wohlgeschmack haben; sondern der Mann, der seine Lust an dem Wort Gottes hat, welches ihn unterweist, bringt in der Zeit des Leidens Geduld als köstliche Frucht, Glauben in der Zeit der Prüfung, geheiligte Freude in der Zeit des Glückes. Fruchtbarkeit ist eine wesentliche Eigenschaft des begnadigten Menschen, und diese Fruchtbarkeit muss sich zur rechten Zeit erweisen. Und seine Blätter verwelken nicht; sein schwächstes Wort hat eine dauernde Wirkung, seine kleinen Liebestaten bleiben im Andenken. Nicht allein seine Früchte, sondern auch sein Laub bleibt erhalten. Er verliert weder Schöne noch Fruchtbarkeit. Und was er macht, das gerät wohl. Wohl dem Manne, der solche Verheißung hat. Aber wir dürfen die Erfüllung einer Verheißung nicht immer nach dem Augenschein beurteilen. Wie oft würden wir, meine Brüder, wenn wir nach unserm schwachen Verstand urteilten, zu der traurigen Schlussfolgerung kommen: Alles spricht gegen mich. Denn obwohl wir wissen, von welcher Bedeutung die Verheißung unsers Verses für uns ist, so sieht doch unser Auge, wenn wir in Prüfungen und Trübsalen sind, oft das gerade Gegenteil von dem, was die Verheißung vorhersagt. Aber für das Glaubensauge ist dies Wort zuverlässig, und mit seiner Hilfe nehmen wir wahr, dass unser Wirken gedeiht, auch wenn alles uns entgegen zu gehen scheint. Nicht äußeres Wohlergehen ist es, was der Christ am meisten begehrt und schätzt; ihn verlangt nach Wohlfahrt des inneren Menschen. Wir machen etwa gleich Josaphat (1. Kön. 22, 49) Schiffe aufs Meer, die nach Ophir gehen sollen, Gold zu holen; aber sie werden zerbrochen zu Ezeon-Geber. Doch auch dies dient zu unserer wahren Wohlfahrt, denn um der Gesundheit der Seele willen müssen wir oft arm, verlassen und bedrängt sein. Das Schlimmste: ist manchmal für uns das Beste. Wie in den Wohltaten, die einem Gottlosen widerfahren, ein Fluch verborgen ist, so ein Segen in des Gerechten Kreuz, seinen Verlusten und Kümmernissen. Die Prüfungen der Gläubigen sind ein kräftiger Mutterboden, auf welchem Gottes Pflänzlein gedeihen und reiche Frucht bringen. 4. Aber so sind die Gottlosen nicht,
sondern wie Spreu, die der Wind verstreut. Wir stehen nun am zweiten Teile unseres Psalms. Im 4. Verse wird der schlimme Zustand der Gottlosen als Gegensatz benutzt, um dadurch die Farbe des vorhergehenden lieblichen Bildes noch zu heben.
Aber so sind die Gottlosen nicht; das gibt uns zu verstehen, dass, was immer für Gutes vom Gerechten ausgesagt ist, das nicht wahr ist vom Gottlosen. Septuaginta und Vulgata wiederholen nachdrücklich das „nicht so“. Wie schrecklich ist es, wenn einem die Verheißungen so mit einer doppelten Verneinung belegt sind, und doch ist das gerade die Lage der Gottlosen. Beachte, dass hier wieder das Wort „Gottlose“ gebraucht ist, welches zu Beginn des Psalms zur Bezeichnung der Anfänger im Bösen, der noch am wenigsten anstößigen Sünder angewandt worden war. Wenn das der traurige Zustand derer ist, die noch verhältnismäßig ehrbar leben und nur gleichgültig sind gegen Gott, was muss es sein mit den offenbaren Sündern und schamlosen Ungläubigen! Der erste Satz ist eine negative Beschreibung der Gottlosen, der zweite stellt ihr wirkliches Bild dar. Ihr Wesen wird so geschildert: sie sind wie Spreu, ohne inneren Wert, ohne Leben, ohne Nutzen, ohne Kern; daher ihr Schicksal: Der Wind verstreut sie. Der Tod wird sie mit seinem schrecklichen Hauche ins Feuer treiben, welches sie völlig verzehren wird. 5. Darum bleiben die Gottlosen nicht im Gericht,
noch die Sünder in der Gemeine der Gerechten. Sie werden dort stehen, um gerichtet, und nicht, um freigesprochen zu werden. Furcht wird sie dort ergreifen. Sie werden nicht standhalten können, sie werden entfliehen. Sie werden sich nicht verteidigen können, denn ewige Schmach und Schande (Dan. 12, 2) wird sie ergreifen. Mit Recht sehnen sich die Heiligen Gottes nach dem Himmel, denn kein Böser wird daselbst wohnen, noch die Sünder in der Gemeine der Gerechten. All unsere Versammlungen auf Erden sind gemischt. Jede Gemeinde hat einen Teufel in ihrer Mitte (Joh. 6, 70). Das Unkraut, der Afterweizen (Matth. 13, 24 ff.) wächst in denselben Furchen wie der Weizen. Es gibt jetzt noch keine Tenne, die ganz von der Spreu gereinigt ist. Sünder sind noch vermischt mit den Heiligen, wie Schlacken mit dem Gold. Gottes köstliche Diamanten liegen noch auf einem Feld zusammen mit Kieselsteinen. Gerechte Seelen wie Lot werden diesseits des Himmels beständig gequält von den schändlichen Leuten Sodoms (2. Petri 2, 7f.). So wollen wir uns denn freuen, dass zu der großen Versammlung droben, der Gemeinde der Erstgeborenen (Heb. 12, 23), auch nicht einer unwiedergeborenen Seele der Zutritt gestattet sein wird. Sünder können im Himmel nicht leben. Sie wären außer ihrem Element. Eher könnte ein Fisch auf einem Baume leben, als ein Gottloser im Paradiese. Der Himmel würde für den Unbußfertigen eine unerträgliche Hölle sein, auch wenn ihm der Eintritt erlaubt würde; aber solches Vorrecht wird dem, der in seinen Missetaten beharrt, niemals zu teil werden. Gott gebe, dass unsere Namen im Himmel angeschrieben seien und ein Platz in den Vorhöfen droben unser warte. 6. Denn der HErr kennt den Weg der Gerechten;
aber der Gottlosen Weg vergeht. Fortwährend achtet Jehova auf den Weg der Gerechten; mag derselbe oft in Nebel und Finsternis gehüllt sein, durch dunkle Wolken und Unwetter der Trübsal hindurchführen, der HErr kennt ihn. Er zählt die Haare auf unserm Haupte und wird nicht dulden, dass irgendein Unglück uns überfalle. „Er kennt meinen Weg wohl. Er versuche mich, so will ich erfunden werden wie das Gold.“ (Hiob 23, 10.) Aber der Gottlosen Weg vergeht. Nicht nur sie selbst werden vergehen, sondern ihr Weg wird auch vergehen. Der Gerechte gräbt seinen Namen auf den Felsen ein, aber der Gottlose schreibt sein Gedächtnis in den Sand. Der Gerechte pflügt Furchen in die Erde und sät hier eine Saat aus, deren Ernte erst völlig gesammelt wird, wenn er zu den Freuden der Ewigkeit eingeht; der Gottlose aber zieht Furchen durchs Wasser, und wiewohl ein glänzender Schweif hinter seinem Kiel sein mag, werden doch die Wogen darüber gehen, und seine Stätte, die ihn kannte, kennt ihn nimmermehr. Wenn der Gottlose im Andenken bleibt, dann nur in der Erinnerung an das Böse, das er getan hat; denn der HErr wird den Namen des Gottlosen vermodern lassen, dass er den Guten zum Gestank werden und nur noch den Gottlosen selbst durch seine Fäulnis bekannt sein wird. Möge der HErr unsere Herzen und unsere Wege reinigen, auf dass wir dem Lose der Ungöttlichen entrinnen und das Glück der Gerechten genießen. =====Erläuterungen und Kernworte.=====
Zum ganzen Psalm. Wie das Hohelied Salomos nach der hebräischen Ausdrucksweise „das Lied der Lieder“ heißt, als das schönste aller, so könnte man nicht unpassend diesen Psalm den Psalm der Psalmen nennen, denn er fasst den Kern und die Quintessenz des Christentums in sich. Was Hieronymus von den Briefen St. Pauli sagt, dasselbe könnte ich von diesem Psalm sagen: er ist klein dem Umfang nach, aber sehr groß und voller Kraft, was den Inhalt betrifft. Dieser Psalm trägt Glückseligkeit an der Stirn. Er beginnt mit dem, womit wir alle zu enden hoffen. Er mag mit Recht des Christen Führer genannt werden, denn er zeigt den Flugsand, auf welchem die Gottlosen ins Verderben sinken, und den festen Grund, auf welchem die Frommen in die Herrlichkeit schreiten. Thomas Watson † 1660. Der Dichter sagt in diesem kurzen Psalm mehr Stichhaltiges über wahre Glückseligkeit, als irgendeiner der Philosophen oder alle Weltweisen zusammen. Sie klopfen nur auf den Busch, Gott aber gibt uns hier den Vogel in die Hand. John Trapp † 1669. V. 1. Wo echte Glückseligkeit als Schild außen hängt, können wir sicher sein, drinnen einen gottseligen Menschen zu finden. Rich. Baker † 1640.
Der Ort, wo die Trunkenbolde sitzen, ist der Ort der Spötter. Matth. Henry † 1714. Er wandelt nicht, noch steht er, noch sitzt er. Vorschriften in der Form der Verneinung sind manchmal noch bestimmter und unbedingter, als bejahende. Unter allen Umständen und zu allen Zeiten soll sich der Fromme von dem gottlosen Wesen reinhalten. Rich. Baker † 1640. Wohl dem Manne, (Grundtext), dem Einen aus tausend, dessen Leben zur Erfüllung des Zweckes dient, zu welchem Gott ihn geschaffen. Adam Clarke † 1832. Des
Gottlosen Rat oder Sinnesart ist Gleichgültigkeit gegen die Religion. Er bemüht sich weder um seine eigene Seligkeit noch um die anderer Leute, und er gibt denen, mit welchen er umgeht, den Rat, seine Denkweise zu der ihrigen zu machen und sich um Beten, Bibellesen, Buße und dergleichen nicht zu kümmern. „Das ist alles nicht nötig. Tue recht und scheue niemand. Führe ein ehrbares Leben, mach' keinen Lärm über Religion, du wirst gut dabei fahren.“ Nun, wohl dem, der nicht in solches Mannes Sinnesart hineingerät und seine Ratschläge nicht befolgt. Jeder Sünder hat seinen eigentümlichen Weg, auf welchem er ins Verderben wandelt. Der eine ist ein Trinker, ein anderer ist unehrlich, wieder ein anderer unkeusch. Nur wenige sind allen Lastern ergeben. Es gibt viele geizige Menschen, denen alle Völlerei ein Gräuel ist; viele Unmäßige, die den Geiz verabscheuen; und so hat so hat jeder seine Lieblingssünde, die ihn besonders leicht umgarnt und seiner Lebensweise das Gepräge gibt. Darum sagt der Prophet (Jes. 55, 7): „Der Gottlose lasse von seinem Wege.“ Heil dem, der sich von des Sünders Weg fernhält. Der Spötter hat in seinem Herzen aller Religion und allem sittlichen Gefühl den Garaus gemacht. Er hat sich niedergesetzt, sich vollständig befestigt in der Gottvergessenheit. Er macht aus der Sünde einen Scherz. Sein Gewissen ist verhärtet. Ungläubig gegen alle geoffenbarte Wahrheit, glaubt er dagegen alles, was der Unglaube erdichtet. Wohl dem Manne, der nicht mit solchen Leuten zusammensitzt. Adam Clarke † 1832. Die Spötter. Peccator cum in profundum venerit contemnet: wenn der Gottlose in die Tiefen der Sünde hineinkommt, wird er ein Verächter. So zankt Ahab mit Micha (1. Kön. 22, 18), weil er ihm nichts Gutes weissagt. Sogar die kleinen Knaben in Beth-El verspotten den Elisa und erfrechen sich, ihn Kahlkopf zu schmähen. Das Tröpflein Gift schwillt bald zu einem Meer des Verderbens an; wie ein Tropfen Otterngift, das in die Hand gerät, in die Adern geht und so sich durch den ganzen Körper verbreitet, bis es die Lebensgeister auslöscht. Gott wird dich verlachen (Ps. 2, 4), der du ihn verlachst, und wer ihn verachtet, der soll wieder verachtet werden (1. Sam. 2, 30). Wer gegen den Himmel ausspuckt, dem wird sein Speichel aufs eigene Antlitz zurückfallen. Die Schändlichkeiten, welche du gegen diejenigen begehst, die sich um dein Seelenheil mühen, werden mit deiner Asche im Staube ruhen, aber einst werden sie sie auferstehen, um im Gericht wider dich zu zeugen. Thomas Adams † 1614. V. 2. Es ist in aller Welt unter den Leuten eine gemeine Frage von der Seligkeit, und ist kein Mensch auf Erden, der nicht wünschte, dass es ihm wohl ginge, und nicht wiederum Unmuts darüber würde, wenn es ihm übel geht. Doch, so viel ihrer sind, haben sie alle geirrt, dass sie nicht gewusst noch verstanden haben, was rechte Seligkeit ist. Dieser aber, der hier im Psalm redet, der vom Himmel herunterschallt, schlägt zu Boden und verdammt alles, was menschliche Gedanken hierinnen erfinden und ausdenken können, und bringt eine einige Beschreibung der Seligkeit, davon alle Welt nichts weiß, und sagt, dass der selig sei und dass es dem wohl gehe, der Lust und Liebe zum Gesetz des HErrn habe. Als wollte er sagen: Was ratschlagt ihr lange? Was schließt ihr Weltweisen ohne Aufhören so vergeblich unnütze Dinge? Dies ist die einige köstliche Perle (Matth. 13, 46), wer sie überkommt, nämlich, dass er Lust und Liebe zum Gesetz Gottes habe und von den Gottlosen sich absondere, dem gedeiht alles zum Besten. Wer aber diese Perle nicht findet, der mag wohl mit vieler Mühe und Arbeit den Weg zur Seligkeit suchen, er wird ihn aber nicht finden. Wiederum ist denen, die an Gottes Wort ihre Dost und Freude haben, alles lieblich, gut, heilsam und selig, nach dem Wort des 18. Psalms, Vers 26: Dem Reinen ist alles rein. Und kürzlich davon zu reden: Wie du bist, so ist dir Gott, geschweige denn die Kreatur. Gott ist bei den Heiligen heilig, bei den Verkehrten aber ist er verkehrt. Daher kommt es, dass dem nichts gut ist, der böse ist, und von keiner rechten Lust und Freude weiß, der zum Gesetz Gottes nicht Lust hat. Lust zum Gesetz des HErrn haben, ist aber menschlicher Natur nicht eingepflanzt noch angeboren, sondern es muss vom Himmel herunterkommen. Denn sintemal die menschliche Natur zum Bösen geneigt und geflissen ist, wie Gott selber spricht (1. Mose 8, 21), und Gottes Gesetz gut ist, heilig und gerecht (Röm. 7, 12): so folgt Not halben hieraus, dass der menschliche Wille Gottes Gesetze entgegen und zuwider ist, hasse das Gesetz und fliehe dafür: ob er sich gleich zu Zeiten, aus Furcht der Strafe, oder aus Lust zur Verheißung, stellet, als liebe er das Gesetz, so bleibt gleichwohl allewege ein Hass und Unwille im Herzen wider das Gesetz, und kann es mitnichten umsonst lieb haben. Diese Lust und Liebe nun müssen wir uns, die wir an unseren Kräften und Vermögen verzweifeln sollen, vom Himmel herab bitten und empfangen durch einen demütigen Glauben an Christum. Martin Luther † 1546. Die Lust, von welcher der Prophet hier redet, ist die einzige, um derentwillen man weder schamrot werden noch erbleichen muss; das einzige Vergnügen, bei dem man zu Gaste geht, ohne dass man hernach dafür zahlen muss; das einzige Ergötzen, das nicht nur viel verspricht, sondern wirklich gibt, und nicht nur, wie andere Lust, den Augenblick befriedigt, da man sie genießt, sondern auch in der Erinnerung ungetrübte Freude zurücklässt. Rich. Baker † 1640. Er sinnt über sein Gesetz Tag und Nacht. Im einfachsten Bibelwort ist eine wunderbare Fülle von heiliger Geistesmacht. Erforschen wir es im Geist des Gebets und im Bewusstsein unserer Abhängigkeit von Gott, so entdecken wir weit mehr, als es zuerst den Anschein hat. Beim oberflächlichen Lesen einer Schriftstelle sehen wir vielleicht wenig oder nichts; wie Elias Knabe, als er zum ersten Mal auf des Karmels Spitze ging, nichts sah. Da ward ihm der Befehl, er solle siebenmal ausschauen. Und im siebenten Mal, siehe, da ging eine Wolke auf aus dem Meer, wie eines Mannes Hand. Dann aber ward der ganze Himmel schwarz von Wolken. (1. Kön. 18, 43-45). Sinne oft über ein Bibelwort nach. Du wirst darinnen ein Licht schauen hellleuchtend wie die Sonne. Joseph Caryl † 1647. Die Papisten halten das gemeine Volk von dem Worte Gottes, diesem köstlichen Gemeingut aller Christen ab, indem sie vorgeben, die Bibel sei schwer zu verstehen. „Quält euch nicht damit ab, wir wollen euch schon sagen, was der Sinn der Bibel ist.“ Sie könnten gerade so gut sagen: „Der Himmel ist ein herrlicher Ort, aber der Weg zum Himmel ist schwierig; bemüht euch nicht, wir wollen für euch dahingehen.“ So kommt es, dass die Armen in den Zeiten der Not, wo das teure Bibelbuch sich in seiner rettenden Kraft erweisen sollte; kein Wort Gottes haben. Anstatt der Schrift können sie Bilder vorzeigen, das sind die Bücher der Laien; als ob der Gerichtshof, vor dem sie einst erscheinen müssen, aus Bildschnitzern und Malern bestände und nicht aus den zwölf Aposteln. Lasst euch nicht betrügen, sondern forscht in der Schrift, wenn ihr einst von ihr Trost erwarten wollt. Wer auf ein Erbe hofft, wird auf die Erbschaftsurkunde großen Wert legen. Thom. Adams † 1614. Nirgend finde ich süßere Ruhe, als an einem stillen Plätzchen mit dem teuren Bibelbuche. Nach Thomas von Kempen † 1471. Das, worüber ein Mensch nachsinnt, ist bezeichnend für sein Wesen; daran mag man erkennen, ob das eigene Herz gut oder böse ist. Das Nachsinnen ist der Prüfstein des Christen, es zeigt, ob er von edlem Metall ist. Thom. Watson † 1660. Durch das Nachdenken verarbeiten wir innerlich die geistige Speise, so dass die Lieblichkeit und Nährkraft des Wortes in Herz und Leben übergeht. Dadurch kommt es bei den Gottseligen zu reichem Fruchttragen. Barthol. Ashwood † 1688. Die Naturkundigen machen die Wahrnehmung, dass zur Erhaltung des Leibeslebens verschiedene Kräfte zusammen wirken, unter anderen 1) eine Kraft der Aneignung, zur Aufnahme der Nahrung; 2) eine Kraft zum Behalten der aufgenommenen Nahrung; 3) eine Kraft der Assimilation, um die Nährstoffe in Fleisch und Blut zu verwandeln; 4) eine Kraft des Wachstums, zur Vervollkommnung des Organismus. Das Nachsinnen begreift all das in sich. Es schärst das Urteilsvermögen und fördert uns in der Weisheit und im Glauben zum Abwägen, Unterscheiden und Annehmen dessen, was uns durch das Lesen und Hören dargeboten wird. Es unterstützt das Gedächtnis in der Aufgabe, die Juwelen der göttlichen Wahrheit in seiner sicheren Schatzkammer zu verschließen. Es verwandelt die dargebotene Wahrheit in geistliche Nahrung. Und endlich hilft es dem erneuerten Herzen dazu, der Vollkommenheit entgegen zu reifen und mehr und mehr den Reichtum der freien Gnadengaben Gottes zu erkennen. Nathan. Ranew † 1670. V. 3. Gepflanzt an den Wasserbächen: Dies ist vielleicht eine Anspielung auf das morgenländische Verfahren beim Anpflanzen. Man lässt kleine Wasserbächlein zwischen die Baumreihen fließen, so dass die Bäume künstlich einen beständigen Zufluss von Feuchtigkeit bekommen. Frucht zu seiner Zeit. Da gibt es keine getäuschten Erwartungen. Frucht wird erwartet und wird auch hervorgebracht, und zwar zur rechten Zeit, wo sie kommen sollte. Die Erziehung durch den göttlichen Geist, welcher dem ernstlich um denselben bittenden nie vorenthalten wird, bringt gewiss Früchte der Gerechtigkeit hervor. Und wer das Wort Gottes unter Gebet liest und betrachtet, wird stets erkennen, was für eine Arbeit Gott ihm zu tun gegeben hat, in welcher Kraft er sie vollbringen kann, und welches die rechten Zeiten, Orte und Gelegenheiten sind zum Tun der Dinge, die am meisten zu Gottes Verherrlichung, der eigenen Seele Heil und der Mitmenschen Erbauung dienen. Adam Clarke † 1832. Frucht zu seiner Zeit. Es gilt also erkennen, was Gott in den verschiedenen Zeiten von uns erwartet, und diese ausnutzen im Blick auf die kommende Abrechnung. Wird meine Gemeinde heimgesucht: wohlan, dann ist es Zeit, betend auf die Gedanken zu merken, die Gott über uns hat; steht die Gemeinde in fröhlichem Wachstum: so ist es an der Zeit, Gott zu preisen. Bin ich mit der Vorbereitung einer Predigt beschäftigt: so will ich hören, was Gott mir und der Gemeinde in seinem Worte sagt. Stehe ich in einer Versuchung: jetzt ist es Zeit, auf den Namen des HErrn zu trauen. Habe ich eine einflussreiche Stellung: so will ich recht erwägen, was Gott unter diesen Umständen von mir verlangt. Und so gleicht der weise Christ dem Baume des Lebens, der seine Früchte bringt alle Monden (Off. 22, 2). Gleich einem verständigen Landwirte hat er seine bestimmte Beschäftigung für jeden Monat, damit die Frucht zur rechten Zeit sich zeige. John Spencer † 1658. Frucht zu seiner Zeit: O wie ein gülden, lieblich Wort ist das, damit bestätigt wird die Freiheit der christlichen Gerechtigkeit! Die Gottlosen haben ihre gewissen Tage, ihre gesetzten Zeiten, ihre geordneten Werke und erlesene gewisse Stätte, an welche sie so hart gebunden sind, dass, wenn ihr Nächster auch sollte Hungers sterben, ließen sie sich nicht davon reißen. Aber dieser selige Mann, der hier beschrieben ist, ist frei und willig zu jeder Zeit, zu allem Werk, an aller Stätte, gegen jede Person; wie sichs schickt, und was sich für ein Fall begibt, dienet er dir, und was ihm vor die Hand kommt, das tut er. Er ist nichts sonderliches, und will es auch nicht sein, sondern er bringt seine Frucht zu seiner Zeit, beide, gegen Gott, so oft es die Zeit erfordert, und Menschen, so oft sie seines Fleißes und Mühe bedürfen. Martin Luther † 1546. Und seine Blätter usw.** Die Bäume des HErrn sind alle immergrün. Keine Winterkälte kann sie ihres frischen Grüns berauben. Und doch sind sie, im Gegensatz zu den immergrünen Gewächsen unseres Landes, alle fruchttragende Bäume. C. H. Spurgeon.

Diese Worte, wie sie im Geist geredet sind, musst Du auch im Geist hören und verstehen, sonst wirst Du eben das Widerspiel sehen. Denn die Schrift auch selbst saget allenthalben, dass die Gottlosen blühen, und gehe ihnen aus der Maßen wohl, wie wie solches in vielen Psalmen zu sehen ist, also dass Du von den Gottlosen allein sagen möchtest: Ihre Blätter grünen stets, alles was sie machen, dass gerät ihnen wohl, und so fortan. Darum ist hier Glaubens vonnöten. Martin Luther † 1546.

Äußerliches Wohlergehen ist lieblich, wenn es einem treuen Wandel in der Gemeinschaft mit Gott folgt, wie die Null hinter einer Ziffer die Zahl vermehrt, wiewohl sie an sich nichts ist. John Trapp † 1669.

V. 4. Der Sturm des Todes fegt mit Ungestüm die Seelen der Gottlosen hinweg.

V. 5. Die Gerechten gehen einen Weg, den Gott kennt, und die Gottlosen einen Weg, den Gott verdirbt. Diese Wege kommen nie zusammen; wie können denn die, welche diese verschiedenen Wege gehen, je zusammenkommen. Denn wenn das Verderben über die Gottlosen kommt, wird Gottes Ruf ertönen: nescio vos, Ich kenne euch nicht. Und dass Gottes nescio vos und sein Kennen jemals in Einklang kommen, ist schlechthin unmöglich. Rich. Baxter † 1640.

V. 6. Als wollte er sagen: So glatt und schön ist der Gottlosen Weg, dass sie vor den Leuten angesehen werden, als blieben sie im Gericht stehend, auch in der Gemeine der Gerechten; aber Gott, den niemand betrügen wird, kennt ihren Weg wohl, dass es gottlose Leute sind. Derohalben, welches sie doch ganz und gar nicht glauben, so wird ihr Weg vergehen. Vergehen wird er, sage ich, welcher doch so wohl gebahnt ist, und so viel darauf wandeln, dass jedermann nicht anders denken kann, denn er werde ewig währen. Martin Luther † 1546.

Homiletische Winke.

V. 1 bietet sich als trefflicher Text zu einer Predigt über eins der folgenden Themata dar: Der Fortschritt in der Sünde. Oder: Wie ein Christ sich von der Gottlosen Gesinnung, Lebensweise und Gesellschaft rein halten soll. (Man zeige, wie das Wort Gottes uns diese drei Übel meiden hilft.) Oder: Die Glückseligkeit des Gerechten. Beim letzten Thema zeige man, wie diese Glückseligkeit 1) von Gott kommt; 2) in Christo uns zuteilwird; 3) alles wahre Glück umfasst; 4) unter allen Verhältnissen sich bewährt; 5) durch Zeit und Ewigkeit dauert.

Wie die Sünde sich unvermerkt einschleicht und unaufhaltsam fortschreitet.

V. 1 in Verbindung mit dem ganzen Psalm: Der große Unterschied zwischen dem Gerechten und dem Gottlosen.

V. 2. Des Gläubigen Lust zum Worte Gottes und seine Vertrautheit mit demselben. (Es verlangt uns, mit denen umzugehen, die wir lieben.)

1) Was mit dem Gesetz des HErrn gemeint ist; 2) was darinnen dem Gläubigen solche Lust bereitet; 3) wie er sein Wohlgefallen an demselben bezeigt: er denkt an das Wort Gottes, liest viel darin, spricht davon, gehorcht ihm, hat kein Wohlgefallen am Bösen.

V. 2 b. Das Forschen im Worte Gottes, dessen Nutzen, Hilfsmittel und Hindernisse.

V. 3. Der fruchtbare Baum: 1) wo er wächst; 2) wie er dahin gekommen ist; 3) was er hervorbringt; 4) wie wir ihm gleich werden können.

Gepflanzt an den Wasserbächen: 1) Der Ursprung des christlichen Lebens (gepflanzt); 2) die Wasserbäche, die es unterhalten; 3) die Früchte, die man davon erwartet.

Der Einfluss der Gottseligkeit auf unser Wohlergehen.

Art, Ursachen, Kennzeichen und Folgen wahren Wohlergehens.

Frucht zu seiner Zeit: wie sich die christlichen Tugenden zu gewissen Zeiten erweisen müssen, so Geduld in Trübsal, Dankbarkeit im Glück, Eifer bei gegebener Gelegenheit, usw.

Seine Blätter verwelken nicht: Wie gesegnet es ist, ein freudiges Bekenntnis zum HErrn unverwelkt zu bewahren.

V. 3. Aber so sind die Gottlosen nicht: Das schreckliche Nein, mit welchem die Sünde jede Verheißung belegt.

V. 5. Der zwiefache Urteilsspruch über den Sünder: er wird 1) verdammt vor den Schranken des göttlichen Gerichts; 2) ewig geschieden von den Frommen. Die Vernunftgemäßheit dieser Strafen (darum), und wie man denselben entfliehen könne.

Die Gemeine der Gerechten in ihrer himmlischen Vollendung. Ein feines Predigtthema.

V. 6a. Eine liebliche Ermunterung für betrübte Kinder Gottes: Es kennt der HErr die Seinen. 1) Was für ein Kennen hier gemeint sei. Dieses Kennen besagt, dass Gott auf die Seinen achtet und an ihnen Wohlgefallen hat. 2) Der Ursprung dieses Kennens: die Allwissenheit und unendliche Liebe Gottes. 3) Seine Folgen: Beistand, Errettung, Annahme bei Gott und endlich Herrlichkeit.

V. 6 b. All die Wege der Gottlosen, die Wege des fleischlichen Vergnügens, des Hochmuts, des Unglaubens, der Gottvergessenheit, des Christenhasses, der anhaltenden Unbußfertigkeit, der blinden Selbsttäuschung, sie alle nehmen ein Ende mit Schrecken.


Eine Auslegung der Psalmen

von
C. H. Spurgeon.

In Verbindung mit mehreren Theologen
deutsch bearbeitet
von
James Millard,
Prediger.

1. Band.

Bonn 1895.

Verlag von Johannes Schergens.
(Zweigniederlassung: Frankfurt a. M., Stiftstraße 39.)

1)
oder: steht auf dem Weg, wobei die Steigerung besser hervortritt.
2)
Grundbedeutung. ist das leise Reden beim lebhaften Denken, also: sinnt über sein Gesetz.
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