Rubanowitsch, Israel Johannes – Verschiedene Beter – 3. Das Gebet der Teufel und Gespenster - II.

Rubanowitsch, Israel Johannes – Verschiedene Beter – 3. Das Gebet der Teufel und Gespenster - II.

Zu der Betrachtung über das Gebet der unsauberen Geister und Teufel, die uns gestern beschäftigte, möchte ich heute noch einiges beifügen. Zunächst ist das Eine wichtig, dass wir nicht nur unsaubere Geister beten sehen, welche ruhelos in der Welt umherirren, um sich eine Stätte zu suchen, wo sie sich niederlassen können, sondern wir wissen aus dem Munde des Herrn von einem Menschen in der Pein, auf einer Stufe der Hölle, der ebenfalls betet! Die Geister in unserem Texte beten für sich selbst. Jener Mann betet zuerst auch für sich selbst - das ist der reiche Mann in der Qual; ein Mensch, der vielleicht in seinem ganzen Leben nie gebetet und in seiner Jugendzeit nie die Hände zum Gebet falten gelernt, und nun fleht er in der Pein. Da ihm die Bitte für seine Person aber nicht gewährt wird, so fleht er für seine Brüder.

O Vater, der du dein Leben lang deinen Kindern ein gottloses Vorbild gewesen, o Mutter, die du deine Kinder nicht in der Zucht und Vermahnung zum Herrn erzogen, o ihr Eltern, die ihr eure Kinder vielleicht in der Hälfte eurer Tage als Waisen zurücklassen müsst, - es kann wohl sein, dass ihr noch einmal für eure Kinder betet, aber solche Gebete werden dann nicht mehr erhört. Abraham weist den reichen Mann zurecht mit den Worten: Sie haben Mose und die Propheten, die sollen sie hören; das heißt, sie haben die vor Gott gegebene Ordnung!

Während ihr bis jetzt in einer unverantwortlichen Leichtfertigkeit dahingelebt und noch dahinleben werdet, habt ihr euch noch nie Zeit genommen, den Unterschied von Zeit und Ewigkeit euch klar zu machen oder Segen und Fluch euch zu vergegenwärtigen. Aber es wird für euch eine Zeit kommen, und eine Stunde wird einst schlagen, wo euch dies alles sonnenklar werden wird! Eure Qual und Pein wird dann nicht nur darin groß sein, dass ihr gequält werdet, sondern ihr werdet von Gewissensbissen gepeinigt, und euer Innerstes macht euch bittere Vorwürfe darüber, dass ihr nicht nur für euer Seelenheil gleichgültig wart, sondern noch andern zur Qual verholfen habt. Das Bewusstsein der natürlichen Bande und Zusammengehörigkeit hört nicht auf mit dem Tode, sondern es bleibt und dauert fort auch nach Tod und Grab. Das seht ihr hier bei dem reichen Mann. Er wusste wohl, dass er noch fünf Brüder zurückgelassen hatte, und dass dieselben sich ebenfalls auf dem Wege zur Hölle befanden. Aber das Wohl seiner Brüder lag ihm am Herzen. Seht, meine Teuren, das Verwandtschaftsbewusstsein, die Blutsbande werden auch denjenigen ganz klar sein, die sich dort in der Qual der Hölle befinden; und wer weiß, wie bald auch du dort drunten sein wirst! Wer weiß, wie bald neben deiner Leibes- und Seelenpein noch größere Plagen und Qualen für dich kommen werden, nämlich beim Gedanken an die Deinen!

Ein anderes Gebiet der unsichtbaren Welt in Bezug auf das Gebet ist Offb. 6, 9-11 zu finden. „Und da es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die geschlachtet worden waren um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen, das sie hatten. Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Bis wann, o Herrscher, der du heilig und wahrhaftig bist, richtest und rächst du nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen? Und es wurde ihnen gesagt, dass sie noch eine kleine Zeit ruhen sollten, bis auch ihre Mitknechte und Brüder vollendet sein würden, die ebenso wie sie getötet werden würden.“

Aus diesen gelesenen Worten können wir sehen, dass auch Heilige jenseits des Todes und Grabes noch beten. Sie sind noch nicht vollendet, sie haben den ihnen von Gott zugesagten Herrlichkeitszustand noch nicht erlangt. Es sind nur Seelen, aber sie wenden sich zu Gott.

Das Blut der Heiligen schreit ganz genau so zum Allmächtigen, wie das Blut Abels, des Gerechten. Daraus können wir schließen, dass jeder dem Gerechten zugefügte Schmerz, jede Kränkung, jede Verfolgung, jede ihm zugefügte Schmach, jedes Blutvergießen noch einmal gerächt werden wird; das darf jedermann von Gott erwarten. Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. Wir dürfen uns nicht rächen. Das Zweite, was wir bei den Geistern dieser Verstorbenen sehen, ist, dass sie wissen, dass ihre Mörder noch nicht gestorben, sondern noch am Leben sind und unter göttlicher Geduld stehen.

Warum erzähle ich euch das alles? Warum? Auf dass ihr wisset, dass die Leute jenseits des Todes noch bei vollem Bewusstsein sind, und dass sie in einer gewissen Beziehung noch mit der Welt in Verbindung stehen, sowie auch mit einzelnen Personen, mit denen sie auf irgendeine Weise zusammengekommen sind, die sie geliebt haben. Hier habt ihr die Begründung für die Beweise von Gottes Liebe und Treue, in denen abgeschiedene Verwandte und Freunde erscheinen und gewisse Dinge erzählen, und Schwergeprüften, in Jammer und Not zurückgelassenen Angehörigen Worte des Trostes und der Beruhigung sagen.

Das habe ich bis jetzt gar nicht gewusst. Die Wahrheit solcher Erscheinungen ist längst ins Wort hinein gelegt. Man braucht nicht zu pressen - sie sind da! Die Quelle dort in der Wüste, die war nicht in einem Augenblick für die Hagar geschaffen - nein, der Engel des Herrn tat ein Wunder. Er öffnete ihr die Augen, dass sie die Quelle sah! Es muss Licht von oben kommen, um unsere Augen zu öffnen. Unsere Aufmerksamkeit muss auf ein Wort Gottes gezogen werden, dann werden wir seine Gedanken sehen, die uns sonst ein Rätsel bleiben.

Und noch eins zum Beweis, dass gewisse Personen, die mit Gott in einem ganz besonderen Verhältnis standen, die er dazu benutzte, den Menschen seine Gedanken kundzutun, noch im Grabe, jenseits des Todes die Zukunft voraussehen. Das können wir in 1. Sam. 28, 19 sehen, wo Samuel von Saul zitiert wird, zu ihm zu kommen. Er ist entrüstet, dass Saul es wagt, ihn in seiner Ruhe zu stören, und spricht zu ihm: Warum hast du mich beunruhigt, mich heraufkommen zu lassen? Und Saul sprach: Ich bin sehr bedrängt; die Philister streiten wider mich, und Gott ist von mir gewichen und antwortet mir nicht mehr, weder durch die Propheten noch durch Träume; da ließ ich dich rufen, damit du mir kund tust, was ich tun soll. Und Samuel sprach weiter: Wenn Gott dir nicht antwortet, soll ich dir dann antworten? Aber Jehova hat dir getan, wie er geredet hat, und siehe, Jehova wird Israel mit dir in die Hand der Philister geben, und morgen wirst du mit deinen Söhnen bei mir sein; auch das Heerlager Israels wird Jehova in die Hand der Philister geben.

Warum erzähle ich euch diese Geschichte? Geliebte, die Sache mit den Spiritisten ist Tatsache! Es ist Wahrheit, dass man die Toten erfragen kann; aber ob jeder, der sich Spiritist nennt, das tun kann, behaupte ich nicht. Eins aber ist gewiss: die Toten können einem die Wahrheit sagen. Warum betone ich das? Nicht etwa deswegen, dass ihr nun auch hingeht und die Spiritisten fragt - o nein, meine Teuren, tut solches nie, denn es ist ein Gräuel vor Gott. Das jedoch steht fest: mit dem Tode hört nicht alles auf. Mit dem Tode hört man nicht auf, Beziehungen zur Welt zu haben, und hat man seine Ruhe nicht in Gott gefunden, so ist man ruhelos und hat keine gewisse Ruhestätte. Gott behüte uns alle vor einem solchen Lose!

Und nun noch etwas! Ich möchte eure Aufmerksamkeit auf das Ziel des Geister- und Teufelsgebetes lenken. Was für ein Ziel haben diese unreinen Geister, von denen in unserem Texte die Rede ist? Das hört ihr gerade in ihrem Gebet. Sie baten ihn und sprachen: Schicke uns in die Schweine, dass wir in sie fahren. Jesus erlaubte es ihnen; sobald sie aber in die Schweine gefahren waren, stürzte sich die ganze Menge in den See. Das Ziel der bösen Geister ist weiter nichts als Untergang und Verderben. Sie haben keine Ruhe, bis sie eine bewusste Sache, bewusste Personen zu Grunde gerichtet haben. Die ruhelosen Geister sind dazu verurteilt, umher zu wandeln; was sie hier mit den Schweinen gemacht, die nicht menschlichen Widerstand leisten konnten, so dass sie direkt in den Abgrund stürzten, das hätten sie gewiss auch mit jenem Besessenen gemacht. Dass diese bösen Geister solches mit ihm vorhatten, das sehen wir daraus, dass er sich oft mit Steinen zerschlug, die Ketten zerriss und sich selbst quälte.

Jedes Ziel der unreinen Geister ist nichts als grauenhaftes Verderben, schrecklicher Untergang derjenigen Personen, mit denen sie sich in Verbindung sehen. Das ist aber auch das Ziel Satans mit dir, dich zu verderben, zu vernichten und zu ruinieren.

Ich habe gestern erfahren, dass in der Umgegend von hier ein Mann ist, der schon vom 12. Jahre an einen unreinen Geist in sich bekommen hat. Jetzt ist er 40 Jahre alt und der Teufel plagt ihn nun schon 28 Jahre.

Und ihr kommt noch in die Versammlung, die ihr über das Göttliche lacht, euch darüber lustig macht und spottet. Ich mache euch darauf aufmerksam: Gott lässt seiner nicht spotten. Ihr Männer und Frauen, ihr Alten und Jungen: wenn ihr nicht ernst macht mit Gott, so macht der Teufel ernst mit euch! Nur eine Macht kann dich schützen und bewahren, und das ist die Macht Jesu Christi. Wenn der Herr nicht seine Hand über die einzelne Seele halten würde, so wären wir alle verloren!

Herr, erlaube uns, baten jene bösen Geister, dass wir in die Schweine fahren. Und Jesus erlaubte es ihnen. Dadurch schlug für jenen armen besessenen Mann die Stunde der Erlösung. Bis jetzt hat der Herr seine Gnadenhand noch über dir gehalten; denn das ist gewiss, die ruhelosen Geister suchen Arbeit, sie suchen Befriedigung und Rache. Im Worte Gottes steht nicht umsonst: Satan geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlinge.

Diese bösen Geister haben wohl schon tausendmal an dir und mir versucht, ob sie nicht in unsern Herzen irgendein Plätzlein finden könnten. Aber noch hat der Herr seine Gnadenhand über uns gehalten; er hat uns bewahrt. Daraus folgt das Eine, dass er bewahren kann. Es kommt nur darauf an, ob du dich zur Wahrheit stellst und dein Gewissen erleuchten lässt; ob du dich unter die Wahrheit beugst, dass das Wort Gottes Raum gewinnen kann in deinem Herzen. Amen.

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