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Paulsen, Johannes - Hebräer 4.

Paulsen, Johannes - Hebräer 4.

So lasst uns nun fürchten, dass wir die Verheißung, einzukommen zu Seiner Ruhe, nicht versäumen, und unser Keiner dahinten bleibe. Denn es ist uns auch verkündigt, gleichwie Jenen; aber das Wort der Predigt half Jenen Nichts, da nicht glaubten die, so es hörten. Denn wir, die wir glauben, gehen in die Ruhe, wie Er spricht: „Dass Ich schwur in Meinem Zorn, sie sollten zu Meiner Ruhe nicht kommen.“ Und zwar, da die Werke von Anbeginn der Welt waren gemacht, sprach Er an einem Ort von dem siebten Tage also: „Und GOtt ruhte am siebten Tage von allen Seinen Werken.“ Und hier an diesem Ort abermals: „Sie sollen nicht kommen zu Meiner Ruhe.“ Nachdem es nun noch vorhanden ist, dass Etliche sollen zu derselbigen kommen; und die, denen es zuerst verkündigt ist, sind nicht dazu gekommen, um des Unglaubens willen: Bestimmte Er abermals einen Tag nach solcher langen Zeit, und sagte durch David: „Heute, wie gesagt ist, heute, so ihr Seine Stimme hören werdet, so verstocket eure Herzen nicht.“ Denn so Josua sie hätte zur Ruhe gebracht, würde Er nicht hernach von einem andern Tage gesagt haben. Darum ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volke GOttes. Denn wer zu Seiner Ruhe gekommen ist, der ruht auch von seinen Werken, gleichwie GOtt von Seinen. So lasst uns nun Fleiß tun, einzukommen zu dieser Ruhe, auf dass nicht Jemand falle in dasselbige Exempel des Unglaubens. Denn das Wort GOttes ist lebendig und kräftig, und schärfer denn kein zweischneidiges Schwert, und durchdringt, bis dass es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und ist keine Kreatur vor Ihm unsichtbar, es ist aber Alles bloß und entdeckt vor Seinen Augen, von Dem reden wir.
Ruhe ist das Ziel der Müden. Der Arbeiter sehnt sich nach der Ruhe des Abends, der Kranke nach der Ruhe des Schlafes, der Kämpfende nach der Ruhe des Friedens. Wir haben Alle das Bedürfnis nach Ruhe in uns, und wie sollte der Mensch, wenn er müde ist im Kampfe des Lebens, sich nicht nach Ruhe sehnen!? GOtt der HErr hat für uns Alle die Ruhe bestimmt am Abend unsers Lebens. Kanaan ist das Land der Ruhe, nach dem wir Alle uns sehnen nach unserer Pilgerschaft. Aber darum hat der HErr uns auch in der Wanderung Israels nach Kanaan ein Vorbild gegeben, wie wir es machen müssen, damit wir in das Land der Ruhe gelangen, denn wir wissen ja, dass von den Hunderttausenden der Israeliten nur zwei nach Kanaan kamen, weil die Übrigen in ihrem Unglauben blieben und in der Wüste niedergeschlagen wurden. Als sie das Urteil GOttes über sich hörten, dass sie nicht nach Kanaan kommen sollten, da wollten sie Alle nach Kanaan, aber da war es zu spät.

Nun, so lasst uns nicht säumen, so lange wir auf Erden sind, dem Worte GOttes zu folgen und zu glauben, denn wer im Glauben säumt, der kommt um die Ruhe. Es meinen freilich viele Leute, dass sie noch immer früh genug zu Gott kommen, und dass sie keine Eile haben, sondern dass sie ruhig warten und im Glauben zaudern können. Aber der heilige Apostel warnt sie, dass sie doch nicht ihre Herzen verstocken und das ernste Wort GOttes überhören, denn wenn man GOttes Wort hört und es nicht beachtet, so wird das Herz hart wie Stein und ist nicht mehr im Stande, auf GOttes Wort zu hören und von GOttes Wort irgendeinen Eindruck zu gewinnen. Das ist aber schon das Gericht, wenn wir für GOttes Wort unempfänglich geworden sind.

Lieber Christ, wer zur Ruhe kommen will, der muss in der Arbeitszeit fleißig sein, denn recht ruhen kann nur der, welcher recht gearbeitet hat. Wer aber die Arbeit von einem Tage zum andern aufschiebt, der schiebt auch die Ruhe auf. Deshalb säumet nicht, GOttes Wort zu hören und GOttes Wort zu tun, damit es euch nicht gehe wie den Israeliten, und ihr um den Lohn eurer Arbeit kommt. Darum, sobald der Ruf GOttes an dein Ohr schlägt, sobald nimm ihn auch zu Herzen und bedenke, dass es sich nicht schickt, GOtt warten zu lassen. Viele wollen freilich deshalb nicht auf GOttes Wort hören, weil es ihnen unbequem und zu schneidig ist, aber merkt es euch, GOttes Wort soll auch schneidig sein. Es soll sein wie das Messer des Arztes, welches das Ungesunde fortnimmt, um dem Menschen die Gesundheit zu geben. Es soll dir klar machen, wie du sein und wie du leben musst, um GOtt zu gefallen. Darum getrost, wenn GOttes Wort dich anpackt und angreift. Das ist ein Zeugnis, dass du noch nicht verstockt bist, und dass noch Etwas aus dir werden kann, und wen sollte das nicht freuen? So hört es denn, ihr Müden, es ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volke GOttes. Ihr sollt nicht immer in der Arbeit stehen, die Zeit der Erquickung kommt! O, hört es, ihr Kranken, ihr Schwachen, ihr Angefochtenen, es ist noch eine Ruhe vorhanden. Darum getrost, ihr werdet nicht immer geplagt, die Zeit der Erquickung naht; nur fortgearbeitet, fortgekämpft, fortgelitten, ausgehalten, es ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volke GOttes, aber lasst uns Fleiß beweisen, dass wir in solche Ruhe hinein kommen! Amen.

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