Krummacher, Gottfried Daniel - Die Wanderungen Israels durch die Wüste nach Kanaan - Achtundsiebzigste Predigt (Bileam).
Eingang.
Johannes sagt in seinem ersten Briefe 3, 2: Meine Lieben, wir sind nun Gottes Kinder. Es ist noch nicht erschienen, was wir sein werden; wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, dass wir ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Das Wort: Werden ihm gleich sein - ist erstaunlicher Art. Jedoch kommt das Wort auch Joh. 9, 9 bei dem Blindgeborenen vor, von dem Etliche sagten: Er sieht ihm ähnlich, Andere: Er ist es, er selbst aber: Ich bin es. Johannes hatte aber auch eine besondere Veranlassung, sich so erhaben auszudrücken. Was für Gesichte hatte er nicht gesehen! Gesehen hatte er die Stadt, welche die Heimat der Auserwählten ist, eine Stadt, deren Pflaster von lauterem, durchsichtigem Golde, deren Häuser von Edelsteinen, deren zwölf Tore von Perlen sind, die zwar keinen Tempel und keine Sonne hat, denn die ganze Stadt ist Tempel, und das Lamm die Sonne, und darum keine Nacht, sowie kein Seufzen, oder Geschrei und Tränen. Gesehen hatte er die Gemeine im Ganzen, als ein Weib mit der Sonne bekleidet, eine Krone von zwölf Sternen auf dem Haupte, den Mond unter ihren Füßen. Gesehen, oder doch wenigstens gehört hatte er Einen (Offb. 19), der zu ihm sagte: Selig sind die, die zu dem Abendmahl des Lammes berufen sind. Die Majestät desselben war so groß, dass Johannes im Begriff war, vor ihm niederzufallen und ihn als einen König anzubeten. Er wehrte es aber ab, weil er sein Mitknecht und Bruder sei. Johannes sah daraus, was auch aus ihm werden werde, wenn das Stückwerk der Vollkommenheit weichen werde. Paulus war auch im Himmel gewesen, konnte aber nichts davon erzählen, weil menschliche Sprachen dafür keine Worte haben. Er wünscht uns aber erleuchtete Augen, zu erkennen die Hoffnung unseres Berufs.
Doch sind wir schon hienieden selig und herrlich, wenn gleich nur noch in der Hoffnung.
Davon lasst uns weiter hören.
Text: 4. Buch Mosis 24, 8.
Gott hat ihn aus Ägypten geführt; seine Freudigkeit ist wie eines Einhorns. Er wird die Heiden, seine Verfolger, fressen, und ihre Gebeine zermalmen, und mit seinen Pfeilern zerschmettern.
Lasst uns heute in dem erhabenen Bilde nähertreten, unter welchem Bileam die Gemeine Jesu Christi vorstellt, wenn er sagt: Seine Freudigkeit ist wie die eines Einhorns, oder wie es noch nachdrücklicher lautet: Gott ist ihm wie die Kräfte eines Einhorns.
Er betrachtet das Israel Gottes keineswegs in sich selbst, sondern aus dem Gesichtspunkt seiner Vereinigung mit seinem Haupte Christo. Er redet nicht davon, wie es immer, wie es schon in dieser Zeit erscheint, sondern wie es erscheinen würde, wenn der Christus, der in ihnen ist, sich völlig an ihnen offenbaren würde. Er wird sich einst in allen seinen Heiligen wunderbar und herrlich erweisen in der Herrlichkeit. Wie des Himmels Glanz werden sie alsdann leuchten in ihres Vaters Haus. Zuweilen und an Verschiedenen tut er's auch hienieden; aber im Ganzen ist doch ihr Leben mit Christo verborgen in Gott und ihr Wandel ein Wandeln im Glauben, nicht im Schauen. Jedoch wird es ihnen wohl verliehen, sich nach Maßgabe dessen zu betrachten, was sie in Christo sind. Und in ihm sind sie ganz herrlich und kein Fleck an ihnen.
Der Grund, dass Israels Freudigkeit ist wie die eines Einhorns, ist Christus, ist sein Blut und alle die herrlichen Dinge, die er durch dasselbe erworben hat. In seiner Gerechtigkeit sind sie gerecht; in ihm sind sie vollkommen. Nehmt dem Leibe das Haupt, so ist er tot. Nehmt der Welt die Sonne sie vergeht in Kurzem. Nehmt der Gemeine Christum so ist es um sie geschehen. Ja, entzieht er sich den begnadigten Seelen - wie er denn seine Stunden hat, wo er es aus den weisesten und nützlichsten Absichten wirklich tut so schwindet alles Heil so aus ihr, als wäre es nie da gewesen.
Nichts als Finsternis und Schmerzen
Bleibt im Herzen,
Wenn dein Gnadenglanz gebricht.
Wir reden aber bloß von der Empfindung, denn der Wirklichkeit nach wohnt er auch dann in den Wiedergebornen, wenn er sich auch zur Zeit verborgen hält. Christus aber ist der Grund, worauf der herrliche Tempel des wahren Christentums erbaut ist, und je mehr jemand in ihm gewurzelt und gegründet ist, desto mehr sieht er ein, dass Bileams Beschreibung von Israel keine Übertreibung ist, wenn er sagt: Seine Freudigkeit ist wie die eines Einhorns.
Diese Freudigkeit ist etwas Bewundernswertes, Heiliges und Herrliches. Lasst sie uns in einigen Zügen betrachten. Das Einhorn kennt z. B. keine Furcht. Der Christ als Christ auch nicht. Würdigt Christus die Seele seiner Einflüsse, so fürchtet sie sich keineswegs, möchte sich zutragen, was es sei, wenn auch wie die Schrift sagt das Meer wallte und wütete und die Welt unterginge. Und welch ein Wunder der Gnade ist es, einen furchtsamen Menschen so darzustellen, dass er sich vor nichts fürchtet, weil er auch wirklich keine Ursache dazu hat, viel weniger als das Einhorn im Natürlichen. Und die Gnade kann solche Wunder tun, und tat sie wirklich, wenn es ihr gefällt. Der Gnade aber ist es allein zuzuschreiben. Sie kann aus furchtsamen Tauben streitbare Adler, aus wehrlosen Schafen reißende Löwen machen; zieht sie sich aber zurück, so stehen sie und zittern vor einem rauschenden Blatt. Keiner hat also Ursache zu verzagen, keiner aber auch Ursache zu prahlen. Der Herr kann Schwache stark und Starke schwach machen, und tut's wirklich, je nachdem es ihm gefällt; damit die überschwängliche Kraft sei Gottes und nicht aus uns, und damit ihm der Ruhm allein und unverkürzt bleibe, den wir anders so gerne an uns reißen. Ob wir auch alles inne haben, haben wir doch nichts, und obschon wir nichts haben, haben wir doch alles. Das eine ist so wahr, wie das andere, und ist bei einem wahren Christen zugleich wahr, denn sie sind lauter Wunder. Wie könnte aber ein Christ anders als furchtlos, als freudig sein, wie ein Einhorn, sobald und so lange ihm die Gründe zur Furchtlosigkeit einleuchten, welche er hat in Christo Jesu, darin, dass er uns vom Vater geschenkt ist, darin, dass er für uns gelitten und alles vollendet hat, darin, dass er ist gekreuzigt worden und ein Fluch ward für uns, damit er uns von dem Fluch erlöste und den Segen erwürbe, darin, dass er für uns starb, und so das Todesurteil von uns abwendete, und uns das vollkommenste Recht zum Leben erwürbe, - die Gründe einleuchten, die da liegen in seiner Auferstehung und Himmelfahrt; wie können diese Glaubensgründe der Seele einleuchten, ohne dass sie mit Friede und Freude im Heiligen Geist erfüllt würde.
Wovor sollte er sich eigentlich fürchten? Vor der heiligen Majestät Gottes? In Christo ist es die versöhnte Majestät eines versöhnten Vaters, dessen Liebe alle Furcht austreibt. Jawohl. Außer Christo betrachtet, angenommen, es wäre kein Jesus, kein Mittler zwischen Gott da, wäre er ein verzehrend Feuer. Nun aber sind wir mit Gott versöhnt durch den Tod seines Sohns. Wir haben also in dieser Beziehung nichts von ihm zu fürchten, sondern alles zu hoffen: denn er ist die Liebe. Aber das Gesetz? Jawohl, es ist ein reiner Spiegel der Herrlichkeit Gottes, und ein Spiegel, worin wir die heilige Gestalt sehen, die wir besitzen müssen. Wir sollen auch fleißig in denselben hineinschauen, um unsere natürliche Ungestalt daraus gründlich kennen zu lernen, wie es fordert, das wir nicht leisten können, wie es uns in allen Stücken verurteilt, und uns den Mund zustopfet. Aber es gibt doch nicht bloß ein Gesetz, mit seinem knechtischen Geist zur Furcht, nicht bloß ein Gesetz, das die Verdammnis predigt, es gibt auch ein Evangelium, das die Gerechtigkeit predigt, und eigentlich dasjenige ist, was verkündigt werden soll. Es predigt uns aber Jesum Christum, und zwar als gekreuzigt, Jesum Christum als voll Gnade und Wahrheit, als den neuen lebendigen Weg, worauf wir Sünder zu Gott kommen, als den Seligmacher der Sünder, als unsere Gerechtigkeit und Stärke. Und was das Gesetz betrifft, so hat er dasselbe an unserer Stadt erfüllt, dass durch seinen Gehorsam Viele gerecht werden. Er hat uns erlöst von dem Fluche des Gesetzes, ja erlöst vom Gesetz, dass wir nicht mehr unter demselben, sondern unter der Gnade, demselben abgestorben, und davon los, und bei Christo dem andern Manne sind, und einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Leuchtet uns das ein, o! so schwindet auch die Furcht, welche das Gesetz erregt. Es hat da nichts mehr an uns zu fordern; es ist übermäßig erfüllt durch unsern Bürgen Jesum Christum, durch ihn ist demselben unendlich mehr geleistet worden, als es je zu fordern berechtigt war. Es fordert einen menschlichen Gehorsam und empfängt einen göttlichen, der mir zugerechnet wird. Und so habe ich ja unendlich mehr, als ich brauche.
Aber die Sünde? Soll uns die nicht in steter Furcht erhalten? Wird die nicht alle Freudigkeit lähmen, sie, der ich ehemals nicht nur mit Lust diente, sondern die mir noch immerdar anklebt? Oder was für Trost gewährt mir das Evangelium auch in diesem Stücke?
Es lehrt mich keineswegs die Sünde gering achten, sondern als das größte Übel und die Quelle aller Übel verabscheuen, hassen und fliehen; es lehrt mich die Sünde als die Ursache des Zornes Gottes ansehen; aber es zeigt mir auch den Weg, wie ich ihrer los werden, allein und gewiss los werden kann. Nicht auf eine gesetzliche Weise, indem ich das Gebot den sündlichen Neigungen entgegenstelle, und mich bemühe, das Befohlene auszuüben und das Entgegengesetzte zu unterdrücken. Mag sich dieser Weg auch dem natürlichen Sinn und Verstand noch so sehr empfehlen; so wird doch auf demselben die Sünde nur erregt und die sündlichen Begierden nur wach gemacht, wie diejenigen an sich selbst erfahren, die sich ernstlich in diesem Weg versuchen. Aber welch' einen herrlichen, der Vernunft ganz unbekannten Weg offenbart uns das erwünschte Evangelium von der Gnade Gottes. Hat die Sünde, hat jede einzelne Sünde, hat die kleinste eine ewig verdammende Kraft, so weiß das Evangelium einen Weg, der den Sünder unglaublicher Weise dahin leitet, fragen zu dürfen: Wer will verdammen? Und sollte dies wenn es recht verstanden wird nicht eine Freudigkeit wie die eines Einhorns verleihen? Es offenbart uns einen Gott, der Gottlose, die nicht wirken, sondern glauben, gerecht spricht, einen Weg, durch wahren Glauben in Christo so gerecht zu werden, als hätte ich nie eine Sünde begangen und gehabt, ja was noch mehr ist, allen Gehorsam vollbracht, den Christus für mich geleistet. Wenn es denn nun verliehen wird, in diese neue Welt hinein zu schauen, sollte dessen Freudigkeit nicht sein, wie die eines Einhorns?
Aber die Sünde hat noch eine fürchterliche Kraft, die nämlich, über uns zu herrschen, uns unter sich gefangen zu nehmen und zu halten. Wir verrechnen uns, wenn wir meinen, wenn wir das Gute nur ernstlich wollen, so setzte uns das auch in den Stand, es zu üben, und wenn wir das Böse nicht wollten, so könnten wir's auch unterlassen. Allerdings muss diese Gesinnung in uns wohnen; aber ein sehr großer und allgemein anerkannter Christ Paulus nämlich bekennt Römer 7: Das Gute, das ich will, tue ich nicht, und das Böse, das ich nicht will, tue ich. Und wirklich, wenn dieser Sinn erst in uns wohnt, dass wir das Gute ernstlich wollen, so werden wir dann erst recht gewahr, dass das Böse uns beiliegt, dass iv uns, das ist in unserm Fleische, nichts Gutes wohnt. Dieser allerdings betrübende Umstand, sollte man sagen, machte es wohl unmöglich, gutes Mutes zu sein, ja gar die Freudigkeit eines Einhorns zu besitzen. Und freilich ruft Paulus in diesen Umständen aus: Ich elender Mensch, wer will mich erlösen von dem Leibe dieses Todes? Aber es folgt bald ein „Ich danke Gott durch Christum“ darauf. Die Sünde soll aber dennoch über uns nicht herrschen, denn wir sind nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade. der Gnade. Wo die Sünde mächtig worden ist, und überaus sündig durchs Gebot, da ist die Gnade doch noch viel mächtiger worden. In allen überwinden wir weit. Ist das nicht eine Freudigkeit wie die eines Einhorns? Der nämliche Christus, der mit seiner Unschuld und vollkommenen Gerechtigkeit meine Sünde, worin ich empfangen und geboren bin, die ich aber durch seine Gnade von Herzen hasse und fliehe, vor dem Angesicht Gottes bedeckt, ist auch derjenige, der mich heiligt, weil er mir zur Heilung gemacht ist. Sein ist das Reich, und das wird er in allen den Seinen aufrichten, und so mögen sie rühmen, und rühmen auch wirklich, so oft ihr Glaube mächtig wird: Der uns allezeit Sieg gibt.
Aber was wollen wir denn zu den Leiden sagen, die Christus einem jeden, der sein Jünger sein will, als ein Kreuz ankündigt, das er täglich als sein besonderes Teil auf sich nehmen müsse? Nun freilich, das Christentum verlangt nicht von uns, dass wir in den Anfechtungen nicht traurig sein sollten. Es sagt gerade nicht: Seid fröhlich, sondern: Seid geduldig in Trübsal. Christus selbst beschreibt sie als solche, die hier weinen. Aber er spricht auch: Seid fröhlich und hüpfet. Es kann den Seelen verliehen werden, dass sie in großen körperlichen Leiden nicht nur geduldig, sondern fröhlich sind. Als man im Begriff war, den Stephanus zu steinigen, sah man doch sein Angesicht wie das eines Engels. Und woher kam das? Er sah den Himmel offen und des Menschen Sohn zu Rechten Gottes stehen. Den Himmel konnte ihm niemand verschließen, da er sich über ihm öffnete, und seinen tröstenden Einflüssen konnte die Wut der Menschen keinen Einhalt mehr tun. Paulus hatte ein Leiden, das nicht von Menschen, sondern von einem Satansengel herrührte, und äußerst empfindlich war, obschon wir nicht genau angeben können, worin es bestand. Es ging ihm nahe. Er betete um Abwendung dieses Leidens eine Zeitlang vergeblich. Zuletzt sagte der Herr zu ihm: Lass dir an meiner Gnade genügen; meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Und nun ward seine Freudigkeit auch in diesem Leiden wie die eines Einhorns. Ich bin gutes Mutes, rief er aus. Wenn ich schwach bin, so bin ich stark. Darum will ich mich am liebsten meiner Schwachheit rühmen. Ein anderer Ruhm war ihm auch nicht übrig geblieben. Mögen aber einen Gläubigen Leiden treffen, von welcher Art sie auch sein mögen, es wird ihm aber verliehen, sie in dem Lichte zu betrachten, welches das Evangelium darüber verbreitet; so rühmt er sich auch seiner Trübsal. Und warum? Weil die Trübsal Geduld wirkt. Und wenn auch die Züchtigung, wenn sie da ist, uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein dünkt, so ist sie doch ein Kennzeichen der Kindschaft, so dient sie doch denen zum Nutzen, die dadurch geübt werden, auf dass sie seine Heiligung erlangen, so schafft sie doch eine ewige und über alle Maßen wichtige Herrlichkeit, denen, die nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare.
Die Freudigkeit Israels ist wie die eines Einhorns. Denn nach dem Evangelio ist der Tod aufgehoben. Es ist kein Tod mehr da, weil Christus ihm ein Gift worden ist durch seinen Tod und Auferstehen. Das allgemeine christliche Glaubensbekenntnis weiß deshalb nichts von Sünde, als nur von der Vergebung derselben, und knüpft unmittelbar daran die Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben. Es bleibt nichts denn Todesgestalt. Der Gläubige glaubt, dass er nicht stirbt, weil die Wahrheit gesagt hat: Wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Ja, in dem rechten evangelischen Lichte besehen, ist das, was wir sterben nennen, nichts anders, als ein Mittel, vollkommen von der Sünde und allen Gefahren und Übeln erlöst, und der allerherrlichsten Güter teilhaftig zu werden. Kein Wunder demnach, wenn wir die Gläubigen, die in diesem Lichte stehen, als im Triumph Abschied nehmen sehen.
Kurz zu sagen: Die Freudigkeit und Kraft der Gläubigen ist nicht nur wie die eines Einhorns, sondern übertrifft sie weit. Mag ein Geschöpf auch eine noch so große Kraft besitzen, sie hat doch ihre Grenzen. Gläubige aber sind stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Christi Kraft ist in ihrer Schwachheit mächtig. Und so vermögen sie durch ihn, der sie mächtig macht, alles, wenn sie gleich ohne ihn nichts tun können.
Wenn's nicht so wäre, wie ginge es denn zu, dass noch immerdar eine Gemeine Jesu Christi auf Erden ist, da die Menschen und der Satan noch niemals, weder das Haupt Christum, noch seine Glieder, hat dulden wollen und doch müssen? Das Werk ist aus Gott, und so hat es nicht gedämpft werden können.
Das gilt auch von den einzelnen Christen. Sie wohnen noch im Fleisch. Und das will viel und Schlimmes sagen. Sie sind unzähligen Versuchungen ausgesetzt, die nicht nur von außen auf sie dringen, sondern was das Schlimmste ist aus ihrem eigenen Herzen hervorgehen. Was wollte da der Satan sich auch darein mengt daraus werden, wäre ihre Kraft nicht größer, als dessen, der in der Welt ist?
Willst du denn etwas wirklich großes, Herrliches werden, größer und herrlicher, als es noch ein Verstand begreifen kann: so werde ein wahrer Christ. Aus dir selbst kannst du es nicht. Aber bei Gott ist kein Ding unmöglich. Und seine Kraft dringt durch, bis er dich darstellt heilig und unsträflich, und ohne Tadel vor ihm selbst. Amen.