Herbst, Ferdinand - Mein Freund ist mein - 10. Kap. 4, 12-17.

Herbst, Ferdinand - Mein Freund ist mein - 10. Kap. 4, 12-17.

eine Schwester, liebe Braut! du bist ein verschlossener Garten, eine verschlossene Quelle, ein versiegelter Born. Dein Gewächs ist wie ein Lustgarten von Granatäpfeln, mit edlen Früchten, Cypern mit Narden, Narden mit Safran, Calmus und Zimt, mit allerlei Bäumen des Weihrauchs, Myrrhen und Aloes, mit allen besten Würzen. Wie ein Garten-Brunnen, wie ein Born lebendiger Wasser, die vom Libanon fließen. Stehe auf, Nordwind, und komm, Südwind; und wehe durch meinen Garten, dass seine Würze triefen. Mein Freund komme in seinen Garten, und esse seiner edlen Früchte.

Wir erinnern uns von der vorigen Betrachtung her, dass der Bräutigam zuletzt den Duft der Kleider seiner Braut gelobt und gesagt hatte, er sei wie der Geruch des Libanon, so erfrischend, belebend und stärkend. Die duftenden Gewänder der Braut veranlassen aber nun den Bräutigam, Sulamith selbst mit einem wohlriechenden, blühenden und herrliche Gewürze und Früchte tragenden Garten zu vergleichen. Und das ist unser heutiges Thema:

Die Braut ein Garten.

„Meine Schwester, liebe Braut, du bist ein verschlossener Garten, eine verschlossene Quelle, ein versiegelter Born.“ Zu einem verschlossenen Garten hat niemand Zutritt als der rechtmäßige Besitzer, eine verschlossene Quelle und ein versiegelter Born ist geschützt vor jeder Trübung und Verunreinigung. Damit ist hingedeutet auf die Keuschheit, eine Haupttugend christlicher Seelen. ihr Jungfrauen insbesondere, seid doch ein verschlossener Garten, eine verschlossene Quelle und ein versiegelter Born! Gebt euch nicht mit jedem ab, der euch zu begehren scheint; sonst wird euer Garten zertreten und verwüstet, eure Quelle und euer Born trüb und schlammig. Hütet den Garten eures Leibes, verschließt und verwahrt ihn wohl gegen die Tugendräuber und Seelenmörder; erkennt in jedem, der euch zu nahe treten will, einen gefährlichen Feind, vor dem ihr euch wohl zu hüten habt. Verschließt den Garten durch stete Wachsamkeit und fleißige Betrachtung des göttlichen Wortes, namentlich von Sprüchen, wie die sind: „Wie sollte ich ein so groß Übel tun und wider Gott sündigen?“ oder: „Wisset ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist?“ oder: „Wisset ihr nicht, dass eure Leiber Christi Glieder sind? Wie solltet ihr nun die Glieder Christi nehmen und Hurenglieder daraus machen?“ Eine Frau erzählte mir einst, dass diese Sprüche sie durch ihre ganze Jugendzeit begleitet und vor dem Fall bewahrt hätten. Verschließt den Garten eures Leibes aber auch durch fleißiges Andenken an das Leiden und Sterben Jesu, drückt die Todesmienen des Heilandes recht in euer Herz hinein, schaut seine tiefen blutigen Wunden und seinen zerfleischten Rücken und sein angespienes Antlitz fleißig an, das wird euch ein starker Schutz sein. Verschließt den Garten auch durch ernstliches Gebet:

„Jesu hilf siegen, wenn in mir die Sünde,
Eigenlieb, Missgunst und Hoffart sich regt,
wenn ich die Macht der Begierden empfinde
und sich mein tiefes Verderben darlegt.
Hilf, dass ich dann vor mir selber erröte
und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch töte.“

So sollt ihr den Garten eures Leibes verschließen. Dazu sollt ihr auch eure Quelle und euren Born recht versiegeln, das ist euer Herz, wie Salomo in den Sprüchen sagt: „Bewahre dein Herz mit allem Fleiß, denn im Herzen sind die Ausgänge des Lebens.“ Wer sich einen keuschen Leib bewahren will, muss sich ein keusches Herz bewahren. Um was betet David, nachdem er in Unkeuschheit gefallen war? Um ein reines Herz; er hat es erfahren, wo die Unkeuschheit anfängt, nämlich im Herzen. Und was sagt Jesus? „Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.“ Mit der sündhaften Begehrlichkeit beginnt der Fall. Darum wacht über euer Herz, lasst keine unerlaubten Neigungen darin aufkommen, tretet ihnen entgegen mit aller Entschiedenheit, hütet euch auch vor dem Lesen schlechter Romane und vor dem Umgang mit leichtsinnigen, schlechten Leuten, wodurch so viele unschuldige Herzen vergiftet werden. Verschließt und versiegelt den Quellborn eures Herzens wohl, dass er nicht trübe und schlammig werde, verschließt ihn durch ernstliches Gebet, namentlich durch die Bitte Davids: „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen gewissen Geist.“ Bewahrt euch so durch Gottes Gnade einen keuschen Leib und ein keusches Herz, das wird euch vor unsäglichem Jammer schützen und ist mehr wert als großer Reichtum und köstlicher Schmuck. „Kein Geld bringt so viel Zinsen ein, kein Tanz- und Ballschmuck steht so fein, kein Helm und Harnisch deckt so gut, als Keuschheit tut, als Keuschheit tut.“

Was ich aber den Jungfrauen sage, das gilt allen, auch den Verheirateten. Ihr sollt gleichfalls Leib und Herz keusch erhalten; beide sollen keinem andern gehören als eurem Ehegatten. Ja, seid keusch, ihr Jungen und Alten, ihr Jünglinge und Jungfrauen, ihr Männer und Frauen, bewahrt Leib und Herz rein, das ist der Wille Gottes.

„Meine Schwester, liebe Braut, du bist ein verschlossener Garten, eine verschlossene Quelle, ein versiegelter Born,“ so soll es aber auch bei dir sein, du Braut Jesu. Du sollst verschlossen sein für die Welt, dich von ihr unbefleckt behalten. Gehe aus von ihrem unreinen Wesen, hab sie nicht lieb mit ihrer Fleischeslust, Augenlust und hoffärtigem Wesen, buhle nicht um ihre Gunst und Freundschaft, das ist unkeusch, eine Verletzung der Treue gegen deinen Heiland. Lass auch nicht alles in dein Herz hinein, was hinein will, stehe Wache und schließe fest zu, lies nicht alles, höre nicht auf alles, nimm auch nicht alle Irrlehren an, die in frommem Gewand auftreten; das ist auch etwas Unkeusches, eine geistliche Befleckung. Mache keusch deine Seele im Gehorsam der Wahrheit. Bedenke, dass du mit dem Blute Jesu teuer erkauft bist, auf dass du sein eigen seiest; dein Leib und deine Seele gehört dem Herrn Jesus, Ihm allein. Ach, wie manche Christen haben schon dadurch großen Schaden gelitten, dass sie sich zu sehr mit der Welt einließen, oder zu empfänglich waren für falsche Lehren. Wie mancher Garten ist dadurch verwüstet und wie manche Quelle getrübt worden! Liebe Brüder und Schwestern, wachet, seid ein verschlossener Garten, eine verschlossene Quelle und ein versiegelter Born, verschlossen und versiegelt für Jesum!

Wird der Garten sorgfältig verschlossen, so können die Gewächse und Früchte darin gar wohl gedeihen. „Dein Gewächs ist wie ein Lustgarten von Granatäpfeln mit edlen Früchten, Zypressen mit Narden, Narden mit Safran, Calmus und Zimt, mit allerlei Bäumen des Weihrauchs, Myrrhen und Aloes, mit allen besten Würzen.“ Was sind es für Blumen und Früchte, die im Garten der Braut Jesu wachsen? Das wissen wir alle; Paulus nennt sie uns mit den bekannten Worten: „Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Keuschheit.“ Siehe, das sind unsre Granatäpfel und Zypressen, Narden und Safran, Calmus und Zimt. Welch liebliche Gewächse! Das köstlichste steht voran, es ist und bleibt die Liebe; das ist die Himmelsblume mit rotem Kleide, die der Heiland vor allem in den Garten seiner Braut pflanzt. Daneben die helle Blume der Freude, der Freude im Heiligen Geist, welche aus der Gewissheit der Sündenvergebung und der ewigen Seligkeit entspringt. Auch diese sieht der Heiland gerne im Garten seiner Braut; Er will kein finsteres, gedrücktes Wesen, keinen Trauergeist oder gesetzliche Furcht und Ängstlichkeit, sondern einen Geist fröhlicher Kindschaft. „Ihr habt nicht einen knechtlichen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: „Abba, Vater!“ Mit der Freude kommt man viel eher vorwärts als mit der Klage; „ein singender Wanderer kommt weiter als ein trauernder.“ Dazwischen stehen aber auch die himmelblauen, goldgelben und andersfarbigen Blumen der Treue, der Sanftmut, der Geduld und Hoffnung, und die schneeweißen Lilien der Keuschheit, ein wahrer Paradiesesgarten. Nicht von selbst wachsen diese Blumen; alle müssen sie von dem himmlischen Gärtner gepflanzt und von der Braut gepflegt und bewahrt werden. Nur das Böse haben wir von uns selbst, es wächst freiwillig und üppig in unserem Herzensgarten wie das Unkraut; das Gute muss erst vom Heiland in unser Herz gelegt und von uns sorgfältig gehütet werden. Je edler die Pflanze, desto mehr Pflege braucht sie. Wie Gott den Paradiesesgarten selber pflanzte und dem Menschen auftrug ihn zu bebauen und zu bewahren, so ist es auch mit diesem durch die Gnade wiederhergestellten Paradiesesgarten im Herzen des gläubigen Christen; der Heiland pflanzt ihn, und die Seele muss ihn bebauen und bewahren. Gott wirkt in euch, ruft Paulus den Philippern zu, Wollen und Vollbringen nach seinem Wohlgefallen, aber deswegen sollt ihr nicht die Hände in den Schoß legen, sondern eure Seligkeit schaffen mit Furcht und Zittern. Gott schafft und wir sollen auch schaffen, aber mit der Kraft, die er gibt. Dann wird der Garten blühen und gedeihen. Liebe Brüder und Schwestern, vernachlässigt und verwahrlost euern Herzensgarten nicht; pflegt ihn, bebaut ihn, bewahrt ihn!

Nicht bloß einem blühenden Garten gleicht die Braut, sie ist auch wie ein Gartenbrunnen, wie ein Born lebendiger Wasser, die vom Libanon fließen.“ Ein Gartenbrunnen ist ein Duell, der im Garten fließt und denselben fruchtbar und frisch erhält, ähnlich wie jener vierarmige Strom, der das ganze Paradies bewässerte. Ein Born lebendiger Wasser ist ein Quellborn, dem sein Wasser immer aus der Erde zufließt; soviel er auch abgibt zum Nutzen des Gartens, soviel strömt ihm wieder zu. Und Wasser, die vom Libanon fließen, sind frische, klare Bergwasser, die rasch fließen, weil sie hoch herabkommen. Da haben wir ein wunderliebliches Bild einer rechten Christenseele; Jesus selbst gibt uns die rechte Deutung, wenn Er sagt: „Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von des Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ Es sind die Geistesströme gemeint, die von wahren Kindern Gottes ausgehen und alles umher laben und befruchten. Das Lebenswasser quillt ihnen zu, sie wissen selbst nicht wie; der Herr schenkt es ihnen durch seinen Geist, aber nicht damit sie es behalten, sondern zum Weitergeben. Und so viel sie das auch tun, sie werden deshalb doch nicht leer, es quillt ihnen immer wieder das Nötige zu; sie segnen und werden gesegnet. Der Prediger Moody erzählte einst folgende lehrreiche Fabel. In heißer Sommerszeit sprach der Teich zur Quelle: Wie töricht bist du, dass du all dein Wasser fortlaufen lässt; bald wirst du bei der sengenden Sonnenhitze keins mehr haben, da bin ich klüger wie du; ich behalte alles Wasser für mich! Aber was geschah? Der Teich wurde trotz seiner weisen Sparsamkeit immer kleiner und trocknete zuletzt ganz aus; die Quelle aber rieselte munter fort. Sie bekam ihre Zuflüsse aus dem Innern der Erde, wo kein Sonnenstrahl hinkonnte; an ihrem Ufer blieb alles grün und die Vögel sangen in dem Gebüsch, das am Rand des Bächleins wuchs, während sonst alles verdorrt war. Lieber Zuhörer, hüte dich und sei kein Teich, der zwar das Wasser des Lebens sammelt und eine Zeitlang bewahrt, aber in der Hitze der Trübsal austrocknet, weil es ihm an dem inneren Zufluss fehlt, der alles für sich behält und darüber doch alles verliert. Sei ein Born lebendiger Wasser, die vom Libanon fließen, ein Born, der seine Zuflüsse aus der Höhe bekommt, aus einer Quelle, die nie versiegt und reichlich frisches, klares Wasser spendet; diese Quelle ist Jesus. „Wer an mich glaubt, von des Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ Im 87. Psalm sagt Zion: „Alle meine Quellen sind in dir.“ Selig wer das sagen kann; der ist wie ein Gartenbrunnen, wie ein Born lebendiger Wasser, die vom Libanon fließen.“

Damit aber der Garten recht gedeihe, wendet der Heiland noch ein vortreffliches Mittel an. „Stehe auf, Nordwind, und komm, Südwind, und wehe durch meinen Garten, dass seine Würze triefen.“ Der Nordwind muss zuweilen durch den Garten wehen, denn wenn es immer warm und heiß wäre, würden die Blüten bald verdorren und abfallen.

Und der Südwind muss durch den Garten wehen, denn wenn immer der kalte Nord bliese, würden die Blüten erfrieren und alle Gewächse zurückbleiben und erstarren. Beide müssen in richtiger Weise abwechseln, dann gibt's frische Blüte, gesundes Wachstum, reife Früchte „die Würze des Gartens triefen.“ So lässt auch der Heiland durch seinen Garten zuweilen einen eisigen Nordwind wehen, das ist der Leidenssturm. Wenn Trübsal über uns hereinbricht, Krankheit, Armut, Schmach, wenn wir den eisigen Hass der Menschen zu fühlen bekommen, wenn die Mächte der Finsternis auf uns eindringen, wenn es uns ist, als ob wir mit den Teufeln zu kämpfen hätten - seht, dann weht der kalte Nordwind. Es wird uns bange, es scheint als ob alles zerstört würde; aber gerade solche Zeiten sind sehr gut für unseren inwendigen Menschen. Wie mancher ist schon zurück oder gar zugrunde gegangen, weil er zu wenig Leiden gehabt hat. Der fromme Schmolke sagt: „Wie mancher Garten wird zur Wüste, fällt nie ein Tränentau hinein,“ und abermals: „Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol.“

Aber lauter Nordwind wäre auch nicht gut. Da muss der Heiland manchmal wieder den Südwind wehen lassen. Wenn es uns innerlich wohl wird, wenn es bei uns heißt: „So sei nun wieder zufrieden, liebe Seele, denn der Herr tut dir Gutes,“ wenn wir die warme Liebe und Teilnahme der Menschen erfahren dürfen, die Liebe der Brüder, die sich bemühet, uns zu trösten und zu erquicken, oder wenn der Herr uns sonst eine Freude sendet, wenn wir innerlich wieder einen freudigen Aus- und Durchblick gewinnen, dann weht der Südwind. Schickte uns der Herr nicht zuweilen solche Erquickungszeiten, so würden wir den Mut verlieren, ungeduldig, verzagt werden und verzweifeln. Beide sind notwendig, die Leiden und die Freuden, die Kühle und die Schwüle, der Nordwind und der Südwind.

Und beide hat der Herr in seiner Hand; sie kommen nicht von ungefähr, der Heiland schickt sie. Es kommt kein Leid über dich, das Jesus dir nicht bestimmt hätte; es kommt keine Freude, die Er dir nicht beschert hätte. Er spricht: „Stehe auf, Nordwind, und komm, Südwind, und wehe durch meinen Garten.“ Er lässt sie aber über dich kommen, nicht damit du Schaden leiden sollst. Wer nicht recht zu seinem Gott steht, dem schadet allerdings Glück und Unglück; durch jenes wird er stolz, durch dieses erbittert. Aber denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum besten dienen. Und das ist die Absicht des himmlischen Gärtners; er lässt die Winde durch seinen Garten wehen, dass seine Würze triefen,“ dass alle Wohlgerüche des Gartens ins Wogen kommen und wie ein Duftmeer werden. Seht z. B. den König David an, oder die Liederdichter unserer Kirche, einen Luther, einen Paul Gerhardt, einen Tersteegen; woher kommen ihre köstlichen Gesänge, bald herrliche Lob- und Dankpsalmen, bald wunderbar gesegnete Kreuz- und Trostlieder? Woher diese triefende Würze, dieses Duft- und Blütenmeer, das uns aus ihren Gesängen wie aus einem Paradiesesgarten entgegenströmt? Von dem Nord- und Südwind, die der Herr durch ihren Garten wehen ließ. Wenn Er über Paul Gerhardt nicht den Nordwind der Leiden hätte wehen lassen, hätten wir das köstliche Lied nicht: „Befiehl du deine Wege.“ Wenn David keinen Saul und Absalom gehabt, so hätten wir eine Menge köstlicher Psalmen nicht; und wenn er nicht die Freude der Sündenvergebung erfahren hätte, gäbe es die herrlichen Psalmen nicht: „Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind,“ und abermals: „Lobe den Herrn, meine Seele.“ Oder wenn in Luthers Leben bei den vielen Nordwinden, die über ihn hinbrausten, der warme Südwind heiliger Freude am Herrn gefehlt hätte, so würden wir das majestätische Lied nicht besitzen: „Ein feste Burg ist unser Gott!“ Darum, du himmlischer Gärtner, sprich nur: „Stehe auf, Nordwind, und komm, Südwind, und wehe durch meinen Garten, dass seine Würze triefen!“

Wir aber wollen dann mit der Braut antworten: „Mein Freund komme in seinen Garten und esse seiner edlen Früchte.“ Denn für wen soll der Garten durch den Nord- und Südwind zubereitet werden, für wen soll seine Würze triefen, für wen soll er blühen, duften, wachsen und seine Früchte zeitigen? Für wen anders als für Jesum! Er ist der rechtmäßige Besitzer des Gartens, Ihm gehören wir mit Leib und Seele, Er hat uns erkauft mit seinem Blut, zu seiner Freude, zu seiner Erquickung sind wir da. Und Er wird kommen, teure Seelen, Er wird in seinen wohlzubereiteten Garten gehen und seine edlen Früchte essen; Er wird zu dir kommen, liebe Seele, und mit Freuden sehen, was du für Ihn geworden und was du für Ihn getan hast; Er wird zu dir kommen, du Gemeinde des Herrn, und in dir lustwandeln als in seinem Paradiese - wenn Er erscheinen wird in seiner Herrlichkeit, um sich auf ewig mit dir zu vereinigen. Wie Er aber das tun wird, davon, so der Herr will, das nächste Mal. Wir schließen für jetzt mit dem herzlichen Wunsch und Seufzer: Herr, mache mich durch Nordwind und Südwind, durch gute und böse Tage, zu einem würzigen Garten, damit Du Freude an mir habest, wenn Du wiederkommst, und Früchte findest, die Du genießen kannst! Amen.

Cookies helfen bei der Bereitstellung von Inhalten. Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies auf Ihrem Computer gespeichert werden. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzerklärung gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
autoren/h/herbst/mein_freund/herbst-mein_freund_ist_mein_-_kapitel_10.txt · Zuletzt geändert:
Public Domain Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht: Public Domain