(1) Ein Lob Davids. Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewig. (2) Ich will dich täglich loben, und deinen Namen rühmen immer und ewig. (3) Der Herr ist groß und sehr löblich, und seine Größe ist unaussprechlich. (4) Kindeskinder werden deine Werke preisen, und von deiner Gewalt sagen. (5) Ich will reden von deiner herrlichen schönen Pracht, und von deinen Wundern. (6) Dass man solle reden von deinen herrlichen Taten, und dass man erzähle deine Herrlichkeit; (7) Dass man preise deine große Güte, und deine Gerechtigkeit rühme. (8) Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. (9) Der Herr ist allen gütig, und erbarmt sich aller seiner Werke. (10) Es sollen dir danken, Herr, alle deine Werke, und deine Heiligen dich loben, (11) Und die Ehre deines Königreichs rühmen, und von deiner Gewalt reden, (12) Dass den Menschenkindern deine Gewalt kund werde, und die ehrliche Pracht deines Königreichs. (13) Dein Reich ist ein ewiges Reich, und deine Herrschaft währt für und für. (14) Der Herr erhält alle, die da fallen, und richtet auf alle, die niedergeschlagen sind. (15) Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. (16) Du tust deine Hand auf, und erfüllst alles, was lebt, mit Wohlgefallen. (17) Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen, und heilig in allen seinen Werken. (18) Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. (19) Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien, und hilft ihnen. (20) Der Herr behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen. (21) Mein Mund soll des Herrn Lob sagen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewig.

Von diesem Psalm sagten die alten jüdischen Rabbinen: Wer ihn des Tages dreimal von Herzen beten könne, der sei ein Kind des ewigen Lebens. Und ein neuerer christlicher Ausleger nennt ihn ein rechtes Vaterunser des Alten Testaments.

In der Tat ein liebliches Loblied eines gläubigen, dankbaren und frommen Herzens; ein Loblied auf die Größe und Majestät, wie auf die Güte und Barmherzigkeit Gottes; ein Loblied, das sich besonders schön ausnimmt hier gegen das Ende des Psalmbuchs, wo nun alle Stimmen des Jammers und der Klage, die wir so oft in den früheren Psalmen vernommen, mehr und mehr sich auflösen in die Stimme des Lobens und Dankens und die letzten Psalmen immer fröhlichere Lobgesänge werden auf den Herrn, dessen das Reich ist und die Kraft und die Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Möchten auch unsere Klagen und Schmerzen sich immer mehr auflösen in ein Lob des Herrn, der gerecht ist in allen seinen Wegen und heilig in allem seinem Tun. Möchten auch die Schmerzen und Klagen, die heute Morgen eins oder das andere von uns auf dem Herzen trägt und hierher gebracht hat, zur Ruhe kommen im Ausblick zu dem Gott, von dem es heißt: Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. So wollen wir denn andächtig den Fußstapfen Davids in diesem Psalm nachgehen, damit wir von Herzen mögen einstimmen in dieses schöne Loblied auf die Macht und Gnade des Herrn.

Auch hier wie so oft vernehmen wir zuerst ein heiliges Präludium, ein feierliches Vorspiel des Psalmisten auf seinem Psalter:

V. 1. 2: „Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewig. Ich will dich täglich loben und deinen Namen rühmen immer und ewig.“ „Ich will dich erhöhen.“ Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig, aber wir bitten in diesem Gebet, dass er auch bei uns heilig werde. An dies Lutherwort zur ersten Bitte können wir auch hier gedenken. Gott ist zwar an ihm selber der Hohe und Erhabene, der Selige und Alleingewaltige, der da thront über den Lobgesängen der Seraphim; wir können ihn nicht erhöhen oder noch höher machen, und auch ein David mit seinen herrlichsten Psalmen kann nichts hinzutun zur Ehre und zum Ruhm, zur Herrlichkeit und Majestät des großen und alleingewaltigen Gottes; aber dennoch spricht ein frommes Davidsherz: „Ich will dich erhöhen.“ Denn wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. Dennoch nimmt der große Gott mitten unter den Lobgesängen seiner Seraphim auch das arme Lob von Menschenlippen in Gnaden an, denn auch aus dem Munde der Unmündigen will er sich ja ein Lob bereiten, auch das Zwitschern des Vögeleins im Zweig, auch das Zirpen des Grillchens im Gras gehört in das große millionenstimmige Konzert der Kreaturen zum Lob ihres allmächtigen Schöpfers und gnädigen Erhalters. Und umso mehr ist es am Platz, wenn eine fromme Seele spricht: „Ich will dich erhöhen, mein Gott“; da ja der Name dieses Gottes von so vielen vergessen, gering geachtet, erniedrigt und in den Staub getreten ist. Da gilt's, dass wenigstens die Gläubigen ihn aus dem Staub erhöhen und dem Namen des Herrn die Ehre geben vor der Welt. Und so soll's denn auch bei uns heißen, dem Spott der Welt zum Trotz: „Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewig.“

„Ja, ich will dich täglich loben und deinen Namen rühmen immer und ewig.“ „Ich will dich täglich loben.“ Nicht nur am hohen Festtag, sondern auch am gemeinen Werktag; nicht nur in Freudenstunden, sondern auch in trüben Tagen lasst uns Gott loben und uns selbst erhöhen, indem wir ihn erhöhen, uns selbst emporheben aus dem Druck unserer Sorgen, aus der Niedergeschlagenheit unseres Herzens, indem wir den Namen des Herrn rühmen, seiner Gnade und Erbarmung uns erinnern und ihm die Ehre geben, die ihm gebührt. Gewiss, das hat ja manches unter uns schon erfahren, wie man sich den Druck vom Herzen wegbeten und wegsingen, wie man sich über den Jammer der Welt, über die Not des eigenen Hauses und Herzens emporschwingen kann durch ein brünstiges Gebet nicht nur auf Augenblicke und Stunden, sondern oft auf ganze Tage.

Beten kann retten aus allerlei Nöten
Und aus dem Tode selbst, Jesus hilft beten.

Und nun nach diesem Vorspiel beginnt David das Lob Gottes und zwar zuerst seiner Größe und Majestät, wobei er sich freilich nicht verhehlt: Herr, dir ist niemand zu vergleichen, kein Lob kann deine Größ' erreichen, kein noch so feuriger Verstand. Das sagen die folgenden Verse:

V. 3. 4: „Der Herr ist groß und sehr löblich und seine Güte ist unaussprechlich. Kindeskinder werden deine Werke preisen und von deiner Gewalt sagen.“ Seine Größe ist unaussprechlich. Ja wer, wenn er nur einmal in die Tiefen. der Gottheit sich mit seinen Gedanken versenkt, wenn er nur einmal dem Drang seiner Dankbarkeit und Bewunderung gegen Gott hat Worte leihen wollen, wer hat das nicht zu seiner Demütigung erfahren: Seine Größe ist unaussprechlich; all unser tiefstes Denken findet keinen Grund in der unergründlichen Tiefe seines Wesens; all unser feurigstes Reden, Sagen, Singen und Beten ist nur wie das Lallen eines Kindes vor ihm! Darum auch unser Lied anhebt: O dass ich tausend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund! Einer ist nicht genug. Ebendeswegen wird auch das Lob des großen Gottes nicht erschöpft und ausgesungen, solang ein menschlich Herze schlägt und eine menschliche Zunge sich auf Erden bewegt. „Kindeskinder,“ spricht David, „werden deine Werke preisen und von deiner Gewalt sagen.“ Von Geschlecht zu Geschlecht pflanzt sich der Ruhm des großen Gottes fort; ein Jahrhundert sagt's dem andern und ein Jahrtausend verkündet's dem nächsten, wie groß der Herr ist; auch wir fahren heute fort in dem Lobe Gottes, das vor dreitausend Jahren schon David begonnen, und sind dem Ziel noch nicht näher gekommen als er, und von uns wird sich sein Ruhm forterben auf Kind und Kindeskind und noch in den tiefen Ewigkeiten wird's forttönen: Der Herr ist groß und sehr löblich und seine Größe ist unaussprechlich. Aber dennoch versucht sich nun David weiter in seinem Lob:

V. 5-7: „Ich will reden von deiner herrlich schönen Pracht und von deinen Wundern.“ Gott selber wohnt zwar in einem Lichte, da niemand zukommen kann. Aber einen Abglanz seiner Pracht erkennen wir doch in der Schöpfung und die Wunder seiner Hand schauen wir in seinen Werken. Die strahlende Sonne ist ein Gleichnis seiner Herrlichkeit. Der sternbesäete Himmel ist gleichsam der Saum seines Gewandes und die bunte Erde mit ihren Blumen und Früchten, mit ihren Geschöpfen ohne Zahl ist ein Wunderwerk seiner Hand. Davon will der königliche Sänger reden und andere davon reden machen:

„Dass man solle reden von deinen herrlichen Taten und dass man erzähle deine Herrlichkeit. Dass man preise deine große Güte und deine Gerechtigkeit rühme,“ damit auch andere sich erweckt fühlen, einzustimmen ins Lob des Herrn; damit der Preis Gottes sich fortpflanze in der Gemeinde und jedes bezeuge, was es in seinem Teil bezeugen kann von den Wundern seiner Herrlichkeit, von den Taten seiner Macht, von den Beweisen seiner Güte und Gerechtigkeit. Das ist ja der Segen eines fröhlichen Bekenntnisses vor Gott, dass auch andere dadurch erweckt werden. So hat's David dahingebracht in diesem Psalm, dass wir heute nach Jahrtausenden noch reden mit seinen Worten vom Lobe Gottes. So wird auch, was wir zur Ehre Gottes bezeugen, nicht ohne Frucht und Segen bleiben. Das Schönste aber, was ein Menschenherz erfahren kann von dem großen Gott, was ein Menschenmund rühmen kann zur Ehre des Herrn: das ist seine Güte und Barmherzigkeit. Darauf geht auch David nun über:

V. 8. 9: „Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Der Herr ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke.“ Das sind liebe Worte, Kindersprüche, die wir in unserer Jugend schon gelernt und deren Wahrheit wir, denk ich, alle erfahren haben bis auf diese Stunde.

„Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.“ Seine Macht staunen wir an, seine Weisheit bewundern wir, seine Ewigkeit können wir nicht fassen und vor seiner Heiligkeit müssen wir zittern. Aber seine Gnade und Barmherzigkeit o die leuchtet freundlich wie die Morgensonne hernieder auf unsern Erdenpfad; seine Geduld und Güte, die labt und erquickt uns wie der Morgentau das lechzende Gräslein. Davon können wir ja gewiss allesamt sagen. Oder ist's nicht wahr: „Der Herr ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke?“ Lässt er nicht seine Sonne aufgehen über Gute und Böse und regnen über Gerechte und Ungerechte? Speiset er nicht auch die Vögel unter dem Himmel, die nicht säen und nicht ernten, und kleidet die Lilien auf dem Felde, die nicht arbeiten noch spinnen? Ist er nicht uns allen ein gütiger Vater gewesen bis hierher und hat sich unser erbarmt in allen unsern Nöten, unser erbarmt bei allen unsern Sünden? Sollten wir ihm dafür nicht auch freudig danken mit Herzen, Mund und Händen? Ruft er nicht mit Recht uns auf zu solchem Lob des Herrn, V. 10-12?

V. 10: „Es sollen dir danken, Herr, alle deine Werke und deine Heiligen dich loben.“ Alle seine Werke sollen ihm danken. Auch die Blume des Feldes dankt ihm, indem sie ihre Farben leuchten, ihre Düfte als Opferrauch aufsteigen lässt dem Schöpfer zur Ehre. Auch das Vögelein in den Zweigen dankt ihm, indem es sein Morgenlied und Abendlied zwitschert zum Preise des Erhalters. Aber seine Menschenkinder vollends, denen er Vernunft gegeben, ihn zu erkennen, und eine Zunge gegeben, ihn zu preisen, sollten die ihm nicht noch viel freudiger danken als die unvernünftige Kreatur? Und seine Heiligen gar, d. h. die Gläubigen in der Gemeinde, denen er das Herz angefasst hat durch den Zug seiner Gnade, denen er die Lippen geweiht hat durch die Berührung seines Heiligen Geistes, sollten die nicht vor allen ihn loben, wie's im Liede heißt:

Drum, Herr, so sollen dir auch nun all deine Werke danken,
Voran die Heiligen, deren Tun sich hält in deinen Schranken,
Die sollen deines Reichs Gewalt und unvergängliche Gestalt
Mit vollem Munde rühmen.

Wie's auch David weiter verlangt:

V. 11. 12. 13: „Und sollen die Ehre deines Königreichs rühmen und von deiner Gewalt reden, dass den Menschenkindern deine Gewalt kund werde und die ehrliche Pracht deines Königreichs. Dein Reich ist ein ewiges Reich und deine Herrschaft währt für und für.“ Ja wohl ein herrliches Reich, das Reich des himmlischen Königs. Ein unermessliches Reich, denn es umfasst Himmel und Erde, es erstreckt sich von einem Ende der Welt bis zum andern. Ein wohlgeordnetes Reich, denn Weisheit führt darin das Zepter und Gerechtigkeit ist's, die drin regiert. Ein unvergängliches Reich, denn die Herrschaft seines Königs währt für und für; Pharaos und Nebukadnezars, Alexanders und Cäsars, Davids und Salomos Reich hat ein Ende genommen und nur noch in den Geschichtsbüchern ist davon zu lesen; aber Gottes Reich ist ein ewiges Reich. Und ein seliges Reich. Ja selig ist's, unter einem solchen König leben, in einem solchen Reich wohnen und dienen zu dürfen auch nur als der allergeringste Untertan; und wem ein Plätzlein eingeräumt ist in diesem Reich und wer täglich sein Teil hinnehmen darf an den Wohltaten dieses Regiments, der darf wohl danken mit unserem Lied:

Lob sei dir, o mein Gott und Vater,
Für Leib und Seele, Hab und Gut;
Lob sei dir, mildester Berater,
Für alles, was dein Lieben tut,
Dass mir in deiner weiten Welt
Beruf und Wohlsein ist bestellt.

Wie gut's der König meint in diesem Reich und wie gut's die Untertanen haben unter diesem König, das rühmt der Psalmist in den sieben folgenden Versen, V. 14-20.

V. 14: „Der Herr erhält alle, die da fallen, und richtet auf alle, die niedergeschlagen sind.“ Also ein mitleidiger, herablassender, barmherziger Herr, der sich der Schwachen annimmt und die Kraftlosen unterstützt, ein Herr, wie wir arme, schwache, sündige Menschen ihn brauchen. „Der Herr erhält, die da fallen.“ Hat er nicht auch uns gnädig behütet vor manchem schweren Fall? Nicht nur vor äußerem Unglücksfall uns behütet durch seinen allmächtigen Schutz, sondern auch vor bösem Sündenfall uns bewahret durch die Zucht seiner Gnade, durch die Mahnungen seines Heiligen Geistes, durch die Warnungen seines Wortes? „Er richtet auf alle, die niedergeschlagen sind.“ Nicht nur die betrübten Herzen, die von Kummer gedrückt sind und von Sorgen niedergeschlagen, kann er aufrichten durch seinen süßen Trost und seine allmächtige Hilfe; nein auch die geängsteten Gewissen, auch die gesunkenen Seelen, auch die gefallenen Sünder kann er aufrichten, indem er ihnen ihre Sünden vergibt, indem er sie bekehrt und zu neuen Menschen macht, wie er dies bewiesen hat an einem David und Petrus, an einem Paulus und einer Magdalena, wie er dies bewiesen hat gewiss auch an manchem unter uns und an uns allen noch beweisen will, wenn wir nur zu ihm uns flüchten in all unsern Herzensängsten und Gewissensnöten. Wohl uns des guten Herren!

V. 15: „Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen Speise zu seiner Zeit.“ Also ein reicher Herr, dessen Speisekammer allezeit gefüllt ist, dessen Vorratskammern nie leer werden und von dem wir mit Recht singen:

Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht;
Dein Tun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht;
Dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn,
Wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willt tun.

V. 16: „Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt mit Wohlgefallen.“ Also ein milder, gütiger Herr, der keine seiner Kreaturen darben lässt, der das Schreien der jungen Raben hört und die Menschenkinder nicht vergeblich bitten lässt: Unser täglich Brot gib uns heute. O wie dankbar müssen wir ihm das auch in diesem gesegneten Sommer wieder bezeugen im Blick auf unsere reichen Kornfelder, auf unsere beladenen Fruchtbäume, auf unsere reichbehangenen Weinstöcke. Ja, du treuer Nährvater deiner Kreaturen, du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt mit Wohlgefallen.

V. 17: „Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen und heilig in allem seinem Tun.“ Also auch ein heiliger und gerechter Regent, der freilich nicht nur Freud, sondern auch Leid uns beschert, der wohl auch die Rute braucht über seine Kinder, aber nur weil er unser Bestes sucht, so dass wir zuletzt bekennen müssen: Der Herr hat alles wohlgemacht!

V. 18: „Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen.“ Also auch ein allgegenwärtiger Herr, zu dem keiner seiner Untertanen vergeblich ruft in seinem unermesslichen Reich, der auch das Gebet im Kämmerlein, auch das Seufzen der Herzen vernimmt und zu dem auch wir nicht vergeblich rufen.

V. 19: Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und hilft ihnen.“ Also ein treuer Gott und Herr, dem es eine Freude ist, die Bitten frommer Kinder zu erhören und ihre Herzen zu erfreuen und dem's auch wir alle bezeugen müssen:

Ich rief zum Herrn in meiner Not:
Ach, Herr, vernimm mein Weinen!
Da half mein Helfer mir vom Tod
Und ließ mir Trost erscheinen;
Drum dank ich Gott, drum dank ich dir,
Ach dankt, dankt Gott mit mir!
Gebt unsrem Gott die Ehre!

V. 20: „Der Herr behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen.“ Also auch ein starker und gewaltiger Gott, dem niemand widerstehen kann, der die Seinen zu schützen weiß und unter dessen Flügeln wir getrost rühmen dürfen: Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Wohlan denn:

V. 21: „Mein Mund soll des Herrn Lob sagen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewig.“ Ja, wohl verdient's ein solcher Herr, dass unser Mund und Herz allezeit bereit ist zu seinem Lob, und darum soll's auch bei uns heißen:

Ich will von deiner Güte singen,
So lange sich die Zunge regt;
Ich will dir Freudenopfer bringen,
So lange sich mein Herz bewegt;
Wär jeder Puls mein Leben lang
Und jeder Odem ein Gesang!

Amen.

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