Flügge, Carl August - Die Allianz und unser Motto.

Flügge, Carl August - Die Allianz und unser Motto.

Das Kreuz Christi trennt und vereinigt, scheidet oder verbindet auf ewig, was sonst nie eins geworden oder geschieden worden wäre. Es ist Mittel und Einigungspunkt aller, die versöhnt sind im Himmel und auf Erden. (Kol. 1, 20.) Gerechtigkeit und Gnade, Gericht und Barmherzigkeit vereinigen sich hier als Trauzeugen bei dem geheimnisvollen Ehebunde (Eph. 5, 22-32), da Gott und der gläubige Teil der Menschheit eins werden. (Hos. 2, 19. 20.) Der Heilige, der von keiner Sünde wusste, wurde zur Sünde gemacht, und die Sünder, die von keiner Heiligkeit wussten, wurden in Ihm zur Gerechtigkeit. (2 Kor. 5, 17-21.) Der am Kreuz Erhöhte zieht alle zu Sich, die aus der Wahrheit sind, bringt alle zerstreuten Gotteskinder zusammen, ist der eine Herr und Meister, einiges Haupt des Leibes, einziger Hirt der Herde, der eine wahre Weinstock und lebenspendende Träger aller einzelnen Reben.

Die Einheit der Kinder Gottes braucht also nicht erst durch Allianz geschaffen zu werden, sie ist da, denn sie sind ein Leib, haben einen Geist, ein festes, prophetisches Wort, von Gott eingegeben als einzige und vollgenügende Autorität, das Päpste und Traditionen überflüssig, Konzilien und Glaubensbekenntnisse entbehrlich macht, da es gleichsam eine Fortsetzung des Apostelamts ist. ist. Sie haben einen Gott und Vater, eine Hoffnung und einen Himmel, einen Herrn, einen Glauben und, wie Paulus Eph. 4, 5 schreibt, eine Taufe.

Die Gläubigen, die bisher zustimmend gefolgt sind, werden doch nun stutzig beim letzten Wort. „Nein,“ sagen Sie, „eine Taufe, das ist nicht wahr. Es gibt Kirchen, die taufen wie die griechisch-katholische durch dreimalige Untertauchung, und Kirchen wie die römischen und protestantischen, durch Begießung, Benetzung und Besprengung. Es gibt solche, die, wie die genannten, Säuglinge, und andere, wie die Mennoniten, die nur Erwachsene taufen. Solche, die Taufe und Firmung von ordinierten Priestern, und solche, die sie von offenbar ungläubigen, ja, Christum leugnenden Pastoren vollziehen lassen. Gemeinden wie die Baptisten, die nur Gläubiggewordene taufen, welche die Taufe selbst begehren, einerlei, ob es Kinder von acht oder Greise von achtzig Jahren, und Kirchen, die gegen den Willen des sich sträubenden Täuflings, ja, mit Gewissenszwang taufen; Taufen mit und ohne Paten, mit und ohne Wasser, Wiedertäufer und solche wie die Quäker, die die Taufe überhaupt verwerfen. Darf man da noch von Einheit der Gläubigen sprechen?“ Nein, in diesem Punkte kann man's nicht. Zwar bleibt die Einheit im Wesentlichen in allen sonst obengenannten biblischen Lehren bestehen; aber in der unbiblischen Verschiedenheit der Taufe ist die Wurzel alles späteren Zertrennungsübels und Parteihaders aufgewachsen, und die Gläubigen seufzen unter dieser Zerrissenheit. Weil man hinausging über das Wort Gottes: „eine Taufe“, darum kam es zu Spaltungen zwischen denen, die meinten, es käme so genau nicht an auf Form und Zeit und Würdigkeit, die Taufe zu vollziehen, und denen, die nicht wagten, von dem Beispiel und Befehl des Herrn und Seiner Apostel abzugehen. (5 Mose 12, 32; Mt. 15, 9.)

Man konnte nicht bleiben in der Gemeinschaft und im Brotbrechen, bei dem man ein Herz und eine Seele war (Apg. 2, 42; 4, 32), weil man nicht blieb in der Apostel Lehre: Eine Taufe, d. h. die von Christo eingesetzte Taufe, die nur denen gehört, die zuvor belehrt sind (Mt. 28, 19), die durch die Predigt (Röm. 10, 17) zum Glauben kamen (Mr. 16, 16), die Sein Wort gerne annahmen (Apg. 2, 41) und Buße getan (Apg. 2, 38), die mit Christo gestorben sind (Röm. 6, 4.8).

Lebende begräbt man nicht, die, los vom alten Menschen (Kol. 2, 11.12), Christum angezogen (Gal. 4, 27) und den Bund eines guten (durch Christi Blut gereinigten) Gewissens mit Gott machen können (1 Petri 3, 2), denen als wiedergeborenen Gotteskindern das neutestamentliche Bundeszeichen zusteht (Kol. 2, 12), die den Heiligen Geist empfangen haben (Apg. 10, 47.48) oder aus irgendeinem Grunde noch nicht recht getauft sind. (Apg. 19, 1-7.)

Diese und nur diese sollen hineinsteigen ins genügend tiefe Wasser (Mt. 3, 6. 16; Joh. 3, 23; Apg. 8, 36: Wasser zum Begießen führte der Kämmerer übergenug als Trinkwasser auf der Wüstenstraße mit sich und sich dann gemäß dem Befehl Christi taufen (tauchen) lassen in den (nicht dem oder die) Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (Mt. 28, 19), und solches soll nach Vers 20 geschehen unter allen Völkern, und zwar bis ans Ende der Welt. Nach der Bedeutung des griechischen Wortes für Taufen = baptizein (daher der Name: Baptist) geschieht dies durch Untertauchung. Wie alle Sprachkenner und in Übereinstimmung mit Luther, sagt z. B. Calvin: „Dies griechische Wort bedeutet untertauchen; und der Gebrauch des Untertauchens wurde von der alten Kirche beobachtet.“

Durch den Geist zu einem Leibe getauft (1 Kor. 12, 13) wird hierdurch der Täufling auch der sichtbaren Gemeinde hinzugetan (Apg. 2, 41. 47), und nachdem er heraufgestiegen ist aus dem Wasser (Apg. 8, 37-39), wird er seine Straße fröhlich ziehen (Röm. 6, 4), hinfort im neuen Leben wandeln.

Diese, die nach dem Wort des Herrn (Mt. 18, 15 ff.; 1 Kor. 5) Gemeindezucht üben, nehmen teil am Brotbrechen (Apg. 2, 42) oder Abendmahl (1 Kor. 10, 1-4: erst die Taufe, dann die geistliche Speise und Trank) in der vom Herrn durch Paulus geordneten Weise. (1 Kor. 11, 23-34.)

Bis der Herr kommt, werden so die Gemeinden bleiben (Off. 2 u. 3); und solange die Briefe Gültigkeit haben, die geschrieben sind, dass wir wissen können, wie wir wandeln sollen in dem Hause Gottes, welches ist die Gemeinde (1 Tim. 3, 15), solange wird diese Ordnung gültig sein. Wenn sie je vernachlässigt ist oder wird, ist sie bis ins Kleinste schriftgemäß wiederherzustellen, wie Paulus (1 Tim. 6, 3. 13. 14) feierlich vor Gott (besonders Predigern) gebietet: „Dass du haltest das Gebot (d. h. Pauli Anordnungen) ohne Flecken, untadelig bis auf die Erscheinung unseres Herrn Jesu Christi.“

Man blieb nicht in der Apostel Lehre: Eine Taufe, und dadurch wurden die gottgewollten Grenzen verwischt, Bekehrte mit Unbekehrten unbiblisch vermischt, die Welt kam in die Kirche, die Gemeinde wurde zur Staatskirche, die Kirche wurde zur Welt.

Was wollen wir nun tun? Wir wollen bleiben in allem, wie geschrieben steht, wollen Gemeinden bilden und bleiben in der Apostel Lehre und danach tun. (Jak. 1, 22; Mt. 7, 21-27; Lk. 6, 46.) Wir, die wir getaufte Jünger Jesu sind, wollen auch andere lehren, zu halten alles, was Jesus befohlen (Mt. 28, 20), lehren die Frommen, sich absondern (Jer. 15, 19; 2 Kor. 6, 14-18), wie auch Paulus die Jünger absonderte. (Apg. 19, 9.) Das Reich Gottes ist mehr umfassend als die Gemeinde. Diese soll sich nach Möglichkeit rein halten (1 Kor. 5), mag draußen auf dem Acker, der die Welt ist, beides miteinander wachsen, die Gemeinde soll sein wie ein eingehegter Garten (Apg. 5, 13. 14), der es ein Ruhm ist, dass sie die Bösen nicht tragen kann. (Off. 2, 2.)

Möge die Zeit bald wiederkehren, da alle Christenheit wie in den Tagen der Apostel der Wahrheit gemäß bekennen kann das Motto der ersten Christen und heutigen Baptisten: Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe! C. A. F.

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