Disselhoff, Julius - Paulus, der Knecht Jesu Christi - 17. Nur in der Gemeinschaft kann ein Knecht Jesu Christi aus einem Kinde zum Manne heranwachsen.

Und er hat etliche zu Aposteln gesetzt, etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, dass die Heiligen zugerichtet werden zum Werk des Amts, dadurch der Leib Christi erbaut werde, bis dass wir alle hinankommen zu einerlei Glauben und Erkenntnis des Sohnes Gottes und ein vollkommener Mann werden, der da sei im Maße des vollkommenen Alters Christi, auf dass wir nicht mehr Kinder seien und uns wägen und wiegen lassen von allerlei Wind der Lehre durch Schalkheit der Menschen und Täuscherei, damit sie uns erschleichen zu verführen. Lasst uns aber rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist, Christus, von welchem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, dadurch eins dem andern Handreichung tut nach dem Werk eines jeglichen Gliedes in seinem Maße, und macht, dass der Leib wächst zu seiner selbst Besserung; und das alles in der Liebe.
(Ephes. 4, 11-16.)

Auch Paulus, der Gewaltige, ist zuerst ein Kind im Reiche Gottes gewesen. Er selbst nennt sich mit starkem Ausdrucke sogar eine „unzeitige Geburt“. (1. Kor. 15, 8.) Aber er ist kein Kind geblieben; er ist zum Manne heran gereift. „Da ich ein Kind war“, sagt er, „da redete ich wie ein Kind und war klug wie ein Kind und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, tat ich ab, was kindisch war“, (1. Kor. 13, 11.) Das gilt in gleicher Weise von seinem geistlichen, wie leiblichen Leben. Uns allen, die wir mit ihm auf dem Ackerfelde Gottes arbeiten, hält er als Ziel vor, dass wir ein vollkommener Mann werden und nicht mehr Kinder seien. Ach, möchte ich seufzen, wären wir Knechte Jesu Christi nur alle erst Kinder und keine Tagelöhner mehr! Lebensfähige Kinder, welche nicht den Keim eines frühen Todes, sondern den unvergänglichen Samen (1. Petr. 1, 23) zu einem frischen, kräftigen Gottesgewächse in sich tragen! Zuerst ein Kind, gewiss! aber dann ein Knabe, und danach ein Jüngling, und endlich ein Mann, ein reifer Mann! Das ist Gottes Ordnung. Wer in der Entwicklung zurückbleibt, den nennt man verkrüppelt, und ein verkrüppelter Mensch ist immer ein ebenso trauriges als unnützes Geschöpf. Eben der Vater, welcher sich an dem Wesen und Treiben, dem Lallen und Schwanken seines Kindleins von Herzen freute, würde von einem tiefen Wehe durchdrungen werden, wenn er nach Jahren an seinem Kinde noch dasselbe Wesen und Treiben, Lallen und Schwanken wahrnehmen müsste. Und auch er, welcher der rechte Vater ist über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden, der mit allen seinen Engeln sich freut, wenn ein Mensch, der tot war, neu geboren wird, und seine Lust hat an dem Wesen und Lallen des neugeborenen Kindleins: auch er kann es nur mit Jammer anschauen, wenn eins seiner Kinder mit dem Alter nicht wächst und zunimmt an Weisheit und Kraft, sondern immerdar ein Kind bleibt, verkindischt. Die Kinder, nicht die Kindischen ererben das Himmelreich. Kindische Leute taugen nicht zu Arbeitern und Streitern Jesu Christi. Wie steht es mit uns? Sind wir in einem frischen, fröhlichen Wachstum begriffen? oder ist in unserm geistlichen Leben ein Stillstand eingetreten, welcher mit Verkrüppelung droht? Ich fürchte, Gott entdeckt mehr Kindisches an uns, seinen Knechten, als uns selbst lieb ist. Darum heraus aus den Kinderschuhen! Du bist zu alt im Christentum, um nur zu spielen, zu alt, um so zart noch wie ein Säugling gehalten zu werden. Die Zeit ist da, dich als Mann zu beweisen, wie ein Mann zu tragen, zu arbeiten, zu kämpfen. Ich weiß es wohl, dass die Lehre vom Wachstum des inwendigen Menschen für sehr viele ein ziemlich unbekanntes, unbeachtetes Gebiet ist. Sie haben die Losung: Nur selig! Und das ist, recht verstanden, gewiss die beste Losung. Aber sie kann auch falsch gebraucht werden, und dann muss man sagen: Nein! nicht bloß selig, sondern selig als ein Mann, welcher auf dem rechten Grund den rechten Bau aufgeführt hat, nicht selig als ein zurück geblieben, albern Kind oder als ein kindischer Krüppel, welcher auf dem wahren Grund in Unverstand und Spielerei nur Werke aufgebaut, welche dem Heu, Holz, Stroh und den Stoppeln gleichen! Denn solche Kinderwerke werden verbrennen. „Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er des Schaden leiden, er selbst aber wird selig werden, so doch als durchs Feuer!“ (1. Kor. 3, 15.) Dies Wort überwinde unsere Trägheit und mache uns brünstig, auf Pauli Mahnung zu achten, ein vollkommener Mann zu werden und nicht mehr Kinder zu sein. Und fragst du nun: in welcher Schule lerne ich die Kunst, abzutun, was kindisch ist? so gibt Paulus auch darauf klaren Bescheid. Nicht in der Einsamkeit, sagt er, nur in einer Gemeinschaft, deren Haupt Jesus Christus ist, kann das Kind zum Manne heranreifen, ganz so, wie jedes einzelne Glied deines Leibes nur dadurch wachsen und erstarken kann, dass es mit allen andern Gliedern verbunden bleibt, von ihnen Handreichung empfängt und ihnen Handreichung tut. (V. 15 - 16.) Dies wird jedem sofort einleuchten, welcher nur erst zum Verständnis dessen, was das Kindische im geistlichen Leben sei, gelangt ist. Und was denn ist dies Kindische? Sich wägen und wiegen lassen von allerlei Wind! (V. 14.) Ein Kind ist wie ein Rohr oder eine Wetterfahne. Es wird durch äußere Eindrücke bestimmt. Je nachdem die Einflüsse wechseln, wechseln die Neigungen. In einer Minute kann es weinen und lachen. Droht eine finstere Wolke ihm ein Spiel oder andere Freude zu verderben, so wirds ungebärdig und untröstlich, als könnte es nimmer wieder froh und der Himmel nimmer wieder blau werden. Kann es aber einmal nach seinen Wünschen und Phantasiebildern leben, dann erscheint die Welt als ein Rosengarten, und an kommende Stürme wird nicht gedacht. Tritt plötzlich Witterungswechsel ein, so wird es krank, oft bedenklich krank. Ein Kind ist ein guter Spielkamerad, so lange es gewinnt; verliert es aber, oder geht's ihm quer, so schleicht's bei Seite und setzt sich in den Schmollwinkel. Arbeiten, welche ihm Vergnügen machen, tuts mit Vergnügen; an solche, die ihm lästig und langweilig sind, gehts mit Widerwillen und Seufzen. Pflanzt es heute einen Dattelkern, so will es morgen oder spätestens übermorgen schon süße Früchte essen. Warten, Harren, und inzwischen stille und im Schweiße des Angesichtes fröhlich weiter arbeiten, ist nicht seine Sache. Was glänzt und gleißt, besticht seine Augen und nimmt sein Herz gefangen. In den Kern, die Wesenheit der Dinge, vermag sein Blick nicht zu dringen. Das alles nennen wir kindisch. Und eben solche und ähnliche Seelenzustände und Vorgänge finden sich auch im geistlichen Leben der Erwachsenen. Ich will von den vielen nur einige vorführen. Hier ist ein liebes, weiches Gemüt. Kann es unter gleichgesinnten Seelen leben, deren zarte Freundlichkeit sein Antlitz anhaucht, wie ein lauer Südwind, dann ists ihm wohlig und wonnig. Muss dieser Mensch aber in einer Umgebung atmen, wo ein anderer, strengerer Ton, eine frischere, herbere Luft herrscht, rau und kalt zuweilen wie der Nord- oder scharf und schneidend wie der Ostwind: dann bekommt er, wie sich einmal einer ausgedrückt hat, geistigen Schnupfen. Er fühlt sich empfindlich berührt, zieht sich scheu und krampfhaft in sich selbst zurück, wie eine Schnecke in ihr Haus, oder wie ein Igel in seine Stacheln, oder wenn dies Bild besser gefällt, wie ein Seidenwurm in sein Gespinst. Solche weiche Seele kann gegen andere dann sehr spitz und stachlig werden und tut dem Nächsten nicht selten weher, als ihm getan ist.

Es gibt auch Charaktere ganz entgegengesetzter Art, aus härterem Stoffe, fester, kräftiger, rauer. Wie ihr Wesen, so sind ihre Worte. Sie meinen es redlich und gut und haben unter herber Schale ein fühlendes Herz. Aber ihre Äußerungen sind häufig rücksichtslos, schneidend, verletzend, wiewohl sie nicht verletzen wollen. Treten sie in eine Gemeinschaft, die durchgebildeter, zarter, feiner fühlend ist, und müssen hier fort und fort sich sagen lassen, dass Wahrheit nicht in der Grobheit und Rücksichtslosigkeit, vielmehr in der Liebe bestehe, und die Liebe allezeit freundlich sei: dann klagen sie zu ihrer Selbstrechtfertigung über Empfindlichkeit, während sie selbst, die harten, rauen, gegen Zurechtweisungen sich mindestens ebenso empfindlich zeigen, wie die weichen. Sie verschanzen sich fester in ihr eckiges, knorriges Wesen und werden schließlich unnahbar, wie ein Dornbusch und ungenießbar, wie die Schlehen, welche daran wachsen. - Schaust du in diesem Spiegel dein Bild nicht, so frage ich: Hast du auch noch niemals, wie ein Kind, eine bunte Seifenblase für ein bleibendes Glück, ein Irrlicht für einen Stern und gefärbtes Glas für eine Perle gehalten, während du vor der Sonne der Wahrheit flohst, weil sie dir lästig war, und das goldene Kleinod liegen ließt, weil du die Last nicht heben mochtest?

Weiter. Ich habe manchen Jünger des Herrn gekannt, welcher rüstig, fröhlich, unter Mühen und Beschwerden arbeitete, so lange es möglich war, „eignen Willen zu erfüllen“, d. h. eine Arbeit zu tun, welche mit seinen Wünschen und Neigungen übereinstimmte, sie auch in der Weise zu tun, wie es nach seinem Geschmack und guten Gewissen war. Derselbe Mensch aber verlor alle Freudigkeit, als er arbeiten sollte, nicht wo und wie er, sondern wo und wie Gott es wollte. Ein anderer war mir bekannt, welcher so lange des Tages Last und Hitze ohne Murren getragen hat, als er Frucht sah, als er gelobt, anerkannt wurde. Es schwand ihm aber der Mut, sobald er auf Hoffnung wider Hoffnung arbeiten sollte, und er meinte, er brächte seine Kraft umsonst und unnütz zu, oder sobald man aufhörte, in christlichen Kreisen von ihm zu sprechen. Dabei sang er aber immer noch mit Andacht den Vers:

„Unbekannte Wege wandeln,
Wege, die dein Aug nur kennt,
stille dulden, schweigend handeln,
wo kein Menschenmund mich nennt“

usw.; Ein dritter trat jubelnd in den Weinberg des Herrn, denn dies war das Ziel seiner Sehnsucht von Jugend auf. Als er nun dort nicht mehr spielen und ein Zärtling sein konnte, sondern arbeiten musste, Klöße ausroden, steinigen Acker umgraben, in Dornen und Disteln greifen und der Schweiß auf seine Stirn zu treten begann, da klagte er: „Wie schwer! unerträglich! Nicht zum Aushalten! Aber in des Herrn Weinberg arbeiten, ist doch mein einziger Wunsch, mein aufrichtiges Verlangen!“

Noch ein anderer wollte ein Streiter Christi sein. Er wurde auf einen Posten gestellt, Wache zu halten. Es gefiel ihm aber nicht, denn das Wetter war gerade etwas kalt und gruselig. Da ging er davon. Ein Mitstreiter warnte ihn vor dem eigenwilligen und vorzeitigen Verlassen des Postens, denn das sei Desertieren und das Schmählichste für einen Soldaten und stünde Todesstrafe darauf. Er aber sagte, in seinem Herzen sei er ein so guter und treuer Streiter, dass er wohl einen Orden verdiene; auf dem Posten indes bliebe er nun einmal nicht, da könnte man einen andern hinstellen, er sähe durchaus keine Notwendigkeit ein, warum er gerade dort dem rauen Wetter ausgesetzt sein und bis in die Seele hinein frostig werden sollte; der Herr kenne sein Herz. Das alles nennt jeder kindische Anschläge, kindische Streiche. Es ist nicht not, mehrere anzuführen. Ich sage nur noch: Ein Kind ist ein arger Egoist. Es macht seine Leiden und Freuden, seine Wünsche und Befürchtungen, seine Neigungen und Abneigungen zum Maße aller Dinge, benimmt sich, als wenn alles in der Welt für die Befriedigung seines Wohlseins da wäre und seine gute Stimmung den Mittelpunkt des Kreislaufs der Dinge bildete. Was ihm lieb ist, nennt es schön und nützlich; was ihm nicht behagt, was es nicht versteht, nennt es abscheulich.

Um von dieser selbstsüchtigen, vielgestaltigen Kinderei los zu kommen, muss man vor allem und zuerst erkennen, dass man noch tief drin steckt. Diese Erkenntnis wird schwerlich jemandem aufleuchten, welcher in Verhältnissen sich bewegt, in denen seine kindische Einseitigkeit überdeckt und geschont wird. Aber lass dich nur einer innigen, festen Gemeinschaft eingliedern, in welcher das Wort und der Geist Gottes die zusammenhaltende Macht ist! In nicht langer Zeit werden alle kindischen Anschläge, von denen ich einige erwähnt habe, zu kräftigen Ausbrüchen kommen. Verheimlicht und genährt kann das kindische Wesen nun nicht mehr werden. Dazu ist die Gemeinschaft zu innig und bindend.

Ich kann mich nicht in den Mantel meiner Tugend und Selbstgenügsamkeit zu hüllen; denn man reißt mir aus Liebe und Wahrheit diese armseligen Fezen ab. Mich auf mein Herz zu verlassen, wird immer misslicher, da man mirs redlich und treulich unter die Augen stellt, wie oft ich dadurch zum Narren werde. Ich kann mich auch nicht absondern, auch nicht in einen Winkel verkriechen, um dort nach meinem Sinne weiter zu leben, denn ich werde stets wieder in die Gemeinschaft zurückgezogen, um nach deren Geist leben zu lernen. Ich muss in die verschiedenen Naturen und Charaktere mich finden, denn ich kann ihnen nicht ausweichen; ich bin auf sie angewiesen. Ich kann die Verhältnisse und Personen nicht so gestalten, wie ich sie mir wünsche: ich muss sie nehmen, wie sie sind. Ich verstehe, was der erfahrene Michael Hahn von der Gemeinschaft der Gläubigen einmal gesagt hat: „Ein Edelstein muss hier den andern oft schleifen.“ Und wenn, indem ich geschliffen werde, der alte Mensch auch klagen muss: „Das heißt mir freilich ein schreckliches Schleifen!“ so sagt doch der neue Mensch: „Was könnte sonst aber so gründlich angreifen die Eigenheitstiefen, so zäh und so hart?“ Ich lerne in demselben Maße des Nächsten Last tragen, wie ich erfahre, dass er meine tragen muss und trägt. Ich gewöhne mich an verschiedene Stimmungen und Strömungen, an den Wechsel des Windes und der Witterung, werde abgehärteter, fester, und die unleidige Selbstquälerei der Empfindlichkeit fängt allgemach an, von ihrer früheren unumschränkten Herrschaft etwas zu verlieren. Ich sehe, dass auch andere arbeiten, tragen, heute Schweiß vergießen, morgen frieren müssen, wende darum meinen Blick endlich einmal von meinem Leid auf fremdes Leid und fühle in demselben Augenblick jenen Frieden, welcher stets den Menschen durchdringt, wenn er sich selbst vergisst. Ich merke den Unterschied zwischen Schein und Wesen, und bekomme durch Erfahrung geübte Sinne, zu unterscheiden, was Schale und Kern, Gift und Arznei, gut und böse ist. -

Es geht mir ein Licht auf über die mannigfaltige Weisheit Gottes, welcher seine Kinder nicht gleich, sondern sehr verschieden ausgestattet hat, und dass nicht bloß meine Art und Gabe, sondern auch meines Bruders entgegengesetzte Art und Gabe zur Vollendung des lebendigen Tempels notwendig ist. Ich beginne, mich der Barmherzigkeit zu freuen, welche andern widerfährt und mit neidloserem Auge auf die reichlicheren und bessern Früchte der Arbeit meiner Mitknechte hin zu schauen. Ich erfahre es an mir, wie langsam das Wachstum des inwendigen Menschen fortschreitet, und lerne hoffen und harren, wenn ich sehen muss, wie geringe Fortschritte nach meinem Begriffe das Reich Gottes in einzelnen Menschen und in der ganzen Menschheit in unsern Tagen macht. Mit einem Worte: in der christlichen Gemeinschaft lerne ich Selbsterkenntnis, Selbstverleugnung, erlange Befreiung von mir selbst, von der Tyrannei meiner selbstsüchtigen Meinungen, Anschauungen, Bestrebungen, und fange dadurch an, meines Mutes Herr zu werden, zur wahren Selbstbeherrschung zu kommen, höre auf, ein jämmerlicher Spielball meiner Launen, Stimmungen, Begierden zu sein, gewinne Halt, Festigkeit in der großen, kräftigen Gemeinschaft, deren kleines Glied ich bin, welche mich aber hebt, trägt, belebt mit der ganzen, ihr innewohnenden Gotteskraft; denn sie ist erfüllt von dem Leben dessen, welcher alles in allem erfüllt. Ich schmecke „den Trost der Liebe, die Gemeinschaft des Geistes“ (Phil. 2, 1) und alle die Verheißungen, welche den Brüdern gegeben sind, welche einträchtig bei einander wohnen. Vom Haupte der Gemeinschaft fällt jener Himmelstau in meinen Geist, in Kraft dessen die Gottespflanze wächst, bis sie reife Früchte bringt.

Also wächst der Leib zu seiner selbst Besserung, und das alles in der Liebe. Jedes Glied wird ein vollkommener Mann, welcher da ist in dem Maße des vollkommenen Alters Christi!

Doch muss niemand mich oder vielmehr Paulum falsch verstehen. Nicht der wird aus einem Kinde ein Mann, welcher dem Namen und Scheine nach in einer Gemeinschaft steht, deren Haupt Christus ist. Er wäre ein totes Glied, ein dürrer Rebe, ohne innere, wahre Verbindung mit dem Haupte, mit dem Weinstocke. Er müsste absterben. Darum betrüge niemand sich selbst! Aber er fürchte sich auch nicht. Ist er in der Tat und Wahrheit Christo einverleibt und dadurch dem Leibe Christi lebendig eingegliedert, dann wird er in dieser Gemeinschaft auch wirklich und wahrhaftig aus einem Kinde zum Manne in Christo heranwachsen, „zur göttlichen Größe!“ (Kol. 2, 19.) Glaube nur, es wird dir geschehen nach deinem Glauben!

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