Diedrich, Julius - Die Offenbarung Johannis kurz erläutert für heilsbegierige Bibelleser - Das erste Kapitel.
Es ist, als ob uns Johannes durch mehrere Portale in das Heiligtum des Gebäudes seiner Weissagungen führen wolle: zuerst sagt er im Allgemeinen, was in seinem Buche im Ganzen enthalten sei: und dann sagt er, wem er diesen Inhalt zunächst widme zu seiner Zeit, wobei er die nächsten Empfänger seines Anschreibens als ihr Prophet von Herzen grüßt. Und wiederum nimmt ihn sein Gegenstand so hin, dass er's vorweg sagt, was wir an dem Könige, von dessen Reiche im Buch geweissagt werden soll, haben mögen: Er kommt als höchste Majestät und Er selbst wird hier von sich zeugen! (Vers 7 und 8.) Danach fängt der Prophet erst an, mehr im ruhigen Verlaufe zu schreiben, wie ihm auf Patmos an des HErrn Tage der Befehl von Ihm selber geworden, das folgende für die Gemeinden aufzuschreiben, aus dem sie das wirkliche Verhältnis der Kirche und deren Zukunft zu ihrem Troste erkennen sollen.
1.
Offenbarung Jesu Christi, welche Ihm Gott gegeben hat, Seinen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen soll. Was in diesem Buche folgt, ist also die Offenbarung von dem tiefsten Gotteswirken selbst, von dem, was Gott der Vater, in welchem alle Dinge ruhen, zunächst Seinem Sohne, dem Gottmenschen offenbart, und zwar als etwas, das Derselbe Seinen Knechten auf Erden zeigen soll, dass auch sie durch Christum mit Gottes Wirken aufs tiefste Bescheid wissen. Wie es in diesem Buche beschrieben ist, von den Kämpfen und Siegen der Kirche wider und über der Hölle Pforten, so ist es im höchsten Thron vom Vater an den Sohn gegeben und von Dem haben wir's, so steht's also gewiss ewig fest. Und Er, Jesus Christus, machte sie kund, indem Er sie durch Seinen Engel Seinem Knechte Johannes sandte. Wie der Vater sie Ihm gab, so gab Er sie Seiner Kirche, aber so, dass Er sie zuerst einhändigte an Johannes: nun kannst du sie dir auch nehmen und deinen Hort daran haben. Das war aber Engelsdienst, himmlisches Walten, wie es in Johannis Seele gebracht wurde, dass er dies sehen und hören konnte: in der Welt wird das nicht gelernt, wie die Rechenkunst: willst du's wissen, so musst du's dir vom Engel sagen lassen; und sie sind auch immer um Christi Wort her.
2.
Wer ist aber Johannes? Er sagt: welcher das Wort Gottes bezeugt hat und das Zeugnis Jesu Christi, so viel er gesehen. Das ist die Bedeutung und der Inhalt des Lebens Johannis, Gottes Wort, das Zeugnis des Vaters an den Sohn zu vernehmen und vollständig, wie er's vernommen, seinen Brüdern zu bezeugen: ein hoher, ja der edelste Beruf! Mehr kann aber Johannes und kein Mensch hier sein: keiner kann diese Sache erfinden, sondern das höchste ist, dass wir uns von ihr finden lassen und dann ihr Mund, ihr Herold werden. Das ist Johannes aber treulich gewesen.
3.
Und im frohen Bewusstsein dessen, was er hier geben wird, ruft er schon im Voraus: Selig, der da vorliest und die da hören die Worte der Weissagung und bewahren, was darin geschrieben ist, denn die Zeit ist nahe, da das darin beschriebene geschehen muss. Selig, wer dies als Prediger vorliest und selig seine Zuhörer, wenn sie's nämlich im Glauben fassen und sich im Glauben mitteilen, so dass sie den Inhalt als ihren höchsten Schatz ergreifen; denn dieses Inhalts wird man zur Unterweisung und zum Troste nicht in weiter Ferne, sondern in nächster Nähe bedürfen und nur genießen können. Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen, wir sind drin durch den Glauben und haben es inwendig in uns: so wird es der Teufel durch seine Welt bestürmen, und die wird gehen durch alle Zeiten. Da müssen wir nun vor allem wissen, was der Vater darüber an den Sohn und Dieser durch den Apostel an uns offenbart hat. Das ist aber so, dass man darin Unterweisung und Trostes überschwänglich genug hat.
Es braucht's aber jeder, der nicht dem Teufel unterworfen sein will.
4.
Nun kommt die Widmung des Buches. Johannes schreibt zunächst seinen sieben Kirchen in Asien: unter ihnen war sein Arbeiten und sein Leiden und in diesem sollen sie sein Vermächtnis haben: nicht Gold und Silber, sondern die Offenbarung vom siegreichen Kampfe der Kirche, in der alles Leben durch Wort und Sakrament gespendet wird. Damit ist wahrlich genug vermacht. Es ist aber unter dem Bilde der sieben Gemeinden zugleich die ganze Christenheit aller Zeiten gemeint, nämlich die ums wahre Evangelium im Glauben versammelte, die hier noch in beständiger Gefahr und im Kampfe steht, und in der alle Glieder noch mit dem Unglauben und Allem, was aus ihm folgt, zu kämpfen haben. Johannes hebt auch nicht sieben einzelne Gemeinden vor anderen Asiens oder der Welt hervor, sondern durch die Siebenzahl sind alle bedeutet, in denen Gottheit und Menschheit (drei und vier) durch Wort und Glauben vermählt sind. Diesen nun wünscht er Nichts höheres, als: Gnade sei mit euch und Friede vom dreieinigen Gotte. Sind wir in Dessen Gnade, ist Derselbe für uns, so können wir wohl zufrieden sein. Johannes sagt: Gnade und Frieden von Dem, der da ist, der da war und der da kommt, Jehova, der ewig über alle Zeit seiende, der auch alle Zeiten durchwaltet, - und von den sieben Geistern, dem von Gott dem dreieinigen in unendlicher Fülle in die Kreatur hineinwirkenden Heiligen Geiste, welche sieben vor Seinem Throne sind, unmittelbar vor Ihm; von Ihm herquellend hat das Wirken des Heiligen Geistes, was wir in der Kirche kennen, seinen Ursprung, drittens von Jesu Christo, dem Gottmenschen, dem treuen Zeugen, der uns in Seinem Leiden am Kreuze zu lesen gab, wie Gott ist, lauter Wahrheit und Gnade; dem Erstgeborenen von den Toten, denn das ist Er nun, nachdem Er Sein Erlösungswerk mit Sterben und Bluten vollbracht, der Sieger über den Tod, so dass wir Alle in Seinen Sieg treten und durch denselben das Leben haben, und dem Herrscher der Könige auf Erden.
5.
Er, des Menschen Sohn, ist nun HErr über alle Weltgeschicke, dass wir keine Fürsten noch Völker mehr zu fürchten haben: ja und von Diesem Gruß, „Gnade und Frieden, dem, welcher uns geliebt, dass es wahrlich geliebt“ heißen muss, nämlich der uns gewaschen von den Sünden, nicht mit Wasser,
6.
nein, mit Seinem eigenen Blute, - und hat uns ferner zu einem ewigen Königreiche gemacht, nämlich zu Priestern Gotte und Seinem Sohne, dass wir in Seinem Namen als geheiligte immerdar Lob und Dank opfern können, welche angenommen werden. Durch Jesum sind wir Alle, was wir sind: erst reinigt Er uns, und damit hat Er uns zugleich in Ihm als im tiefsten Grunde verbunden, das wahre Israel, das königliche Priestertum und priesterliche Königreich, gegen welches alle Königreiche Nichts sind. Ihm sei die Ehre und die Gewalt und keinem anderen jemals in alle Ewigkeit! Amen, das ist gewiss und wahrhaftig! - Also Gnade und Frieden kommen uns vom Vater mittels des Geistes in dem Sohne.
7.
Und nun kommt als im kleinen Gemälde der Inhalt des ganzen Buches: Siehe, Er kommt mit den Wolken, Er, unser König! so kommt Er, wie Er's den Hohenpriestern sagte: und das wird Inhalt und Bedeutung aller Kirchenkämpfe sein, dass unser König auf unsre Feinde stürzen wird sie zu zermalmen, zu hoch wird Er ihnen kommen, als dass sie, die Hunde und Säue, an Ihn könnten. Und es wird Ihn sehen jedes Auge, so kündbar wird Er sich schon machen, und die Ihn durchstochen haben, auch die Verächter und Verfolger: und es werden heulen über Ihn alle Geschlechter der Erde: alle Völker werden in diesen Kampf hineingezogen; und wie das Judenvolk werden wohl alle Volkshausen Ihn zerstechen mit ihrem fleischlichen Trachten und Spekulieren: das wird ein großes Heulen geben, Diesen in Seiner Liebe, die so blutig warb, nicht verstanden, sondern verschmäht zu haben. Ja Amen! So wird's geschehen! - Die Geschichte der Welt und Kirche ist
8.
die Geschichte Seines Kommens. Denn so spricht der HErr, das ist der Sinn all seines Redens: Ich bin das A und das (Anfang und Ende alles seienden, auch in diesem Kampfe), ja so spricht Gott der HErr, der da ist, und der da war und der da kommt, der Allmächtige! Jesus kann nicht ausbleiben, Er ist vom Vater durch den Geist bezeugt, in Ihm hat sich uns Gott ganz gegeben; ist um Diesen Kampf, so muss wohl, so wahr Gott Gott ist, aller Kampf nun zum vollsten Siege für Ihn und die Seinen ausgehen. Ist unser Gott A und O, nun so behält Er bald allein das Wort und Alles muss sich doch zu seinen Füßen legen. Das soll man also, kurz gesagt, in diesem Buche finden und lernen; das ist aber dasselbe, was auch die Evangelisten und Epistelschreiber immer bezeugt haben, dass Gott lebt und Sein Wort wahrhastig, dass die kleine Herde der Gläubigen den Sieg hat, denn ihr Hirt hat schon alle Gewalt im Himmel und auf Erden: Er, der uns durch sein Blut erworben, Er hat schon allen Sieg gewiss, und Er allein hat auch das Gericht, weil Er Dieser, des Menschen Sohn, wirklich ist.
Nun hebt der eigentliche Brief an, wo Johannes zuerst
9ff.
dessen Veranlassung mitteilt: Jesus hat ihn schreiben geheißen, das, was da ist, den eigentlichen Bestand, und auch das Zukünftige zu offenbaren. In Jesu ist Alles klar; aber die Welt weiß weder Gegenwart noch Zukunft, so sollen wir uns denn Alles von Christo, dem höchsten HErrn, offenbaren lassen, so werden wir einmal Herrlichkeit genug sehen, Seine Herrlichkeit mitten in unserer Armut waltend und uns zu Ihm selber hinaus helfend. Ich Johannes, euer Bruder, und Mitgenosse an Jesu Christi Trübsal und Königtum und Geduld als Bruder soll und will der Apostel allen übrigen dienen: was ihm widerfahren ist, soll Gemeingut Aller sein: Brüder sind wir uns aber, indem wir zugleich an Christo durch lebendigen Glauben haften: darüber haben wir hier freilich Kreuz zu tragen in Spott und Verfolgung der Welt; aber wir haben doch das Reich und Regiment mit Christo, wenn wir nur durch Geduld im Glauben bleiben; diese Geduld gibt Er uns auch durch seine Gnade, wenn wir um sie bitten. So besteht das ganze Christentum hiernach im Anteil am Kreuz und Regiment und im Glauben, und es macht innige Seelengemeinschaft, in welcher des einen Gabe dem anderen mitgehört. Nun - ich Johannes, der ich mir gleich auch Alles versucht habe war auf der Patmos genannten Insel (einem Felseneilande im Westen von Kleinasien) und zwar als ein vom römischen Tyrannen Domitian dahin verbannt, um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu willen: Gottes, Wort, d. h. Jesum bezeugt zu haben als die Gnade und Wahrheit, das war sein Verbrechen, um welches er wie ein gemeingefährlicher Verbrecher auf den
10.
nackten Felsen verwiesen war. - Ich war im Geist und mitten in so großer leiblicher Trübsal kann das der HErr geben - an des HErrn Tage, einem Sonntage, dass der HErr wohl den Gottesdienst auch in der Wüste aufs herrlichste mit Seinem Knechte ohne Glocken, Türme und Mauern hielt - und ich hörte eine starke Stimme hinter mir wie einer Posaune. Im Worte kommt ihm der HErr, und das muss man vor allen Dingen wissen, und nicht wie Geflüster bloß kam ihm die tröstliche Offenbarung in der kläglichen Einsamkeit, in die er lebendig begraben war; sondern Gott kann, wo die Welt uns schon erstickt zu haben meint, uns wie mit Posaunen den allmächtigen Trost ins Herz dröhnen. Ja Sein Wort ist über Alles, auch durch die Gräber dringt es; werde nur stille in dir es zu hören. Bist du in Christo, so kennst du auch die Trübsal in Ihm,
11.
so merke denn auch den großen Trost. Die (Stimme) sprach: Was du siehst, sollst du als Auge Vieler gesehen haben, das schreibe darum in ein Buch für alle Zeiten und schicke es den sieben Gemeinen, da unter Menschen Gott Sein innerstes Werk hat, nach Ephesus und im Kreise herum nach Smyrna, und nach Pergamus und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodicea. Die Siebenzahl hat geistliche Bedeutung, sonst hätten auch noch mehr Städte aufgeführt werden können, und Johannis Sprengel steht hier statt der ganzen Christenheit, denn was es da zu tun und zu leiden und zu beobachten gibt, ist immer und überall dasselbe
12.
Und ich wandte mich um die Stimme zu schauen, die mit mir redete, und man soll wohl die ganze Seele mit allen Kräften auf das göttliche Wort hin wenden, und da ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter, das Sinnbild der armen Kirche auf Erden, in welchem offenbar ist, wie auch, wo sie schon erloschen scheint, vor Gott sie dennoch strahlend glänzt; sie ist das Licht der Welt (Matth. 5, 14.), -
13.
und inmitten der Leuchter Einen, ähnlich einem Menschensohne, insofern Er nämlich wahrer Gott und Mensch in Einer Person, also mehr ist als ein gewöhnlicher Mensch (Dan. 7, 9. 13. und 10., 5 f.), angetan mit einem Talare und umgürtet um die Brust mit goldenem Gürtel, seine Würde und Hoheit zu bekunden. Sein Haupt aber und die Haare 14f. waren weiß wie weiße Wolle, ja wie Schnee so glänzend, und Seine Augen wie Feuerflamme: Heiligkeit und Allwissenheit strahlen an Ihm hervor und Seine Füße ähnlich wie Golderz, das im Ofen geglüht ist, Sein Einhergehen ist zermalmend und Flammen sprühend und Seine Stimme wie das Rauschen großer Wasser: des Weltmeeres, dass man merkt: Der habe über Alles zu sagen: so sah Johannes in seinem Elende, durch Christi Wort geweckt, seinen HErrn als höchste Majestät. Er ist der Allmächtige, welchen wir hier durch Schmach und Schmerzen zu folgen gewürdigt sind. Folgen wir aber Solchem; wie wird sich's endlich lohnen! Er hielt in Seiner Rechten sieben Sterne, Sein Predigtamt, durch welches Seine Kirche, Seine Zeugin auf Erden leuchtet, das hält Er wie einen himmlischen Sternenkranz, so hat es wohl Haltung genug, wenn's auch in dieser Welt von den Tyrannen und dem Pöbel mit Füßen getreten wäre, und aus Seinem Munde ging ein scharfes zweischneidiges Schwert (Hebr. 4, 2.), so gewaltig ist Sein Wort, das Er uns zu führen gegeben: unser Wort ist Sein Wort, das scharfe Gottesschwert und Sein Angesicht leuchtet (in unendlicher Majestät und Schönheit, lauter Lebenslicht, wenn Er sich zuwendet) wie die Sonne in ihrer Macht, d. h. wenn sie am höchsten steht: so ist des Menschen Sohn, der Jesus von Nazareth, den wir gegen Welt und Teufel als unseren König und Hohenpriester bekennen. (Joh. 8, 12.)
16 ff.
Und da ich Ihn sah, schreibt Johannes, fiel ich 17f. überwältigt von solcher Majestät, sogleich zu Seinen Füßen nieder wie ein Toter: Dieser, der unser Trost und unsere Hilfe ist, muss uns wohl zuerst ganz in den Staub werfen, wenn Er uns zeigt, wer Er sei; und wir kleingläubige konnten je zagen? - Aber nicht zum Erschrecken offenbart Er sich Seinen leidenden Bekennern: Er legte Seine rechte Hand auf mich (Dan. 10, 12.) und sprach: Fürchte dich nicht! vor Mir gewiss nicht. Ich bin dein Jesus - und nun auch vor der Welt und Teufel nicht, siehe wer Ich dir sei: Ich bin der Erste und der Letzte, auch A und O, Grund und Ziel aller Dinge und der Lebendige, alles Leben, alle Kraft auch in der Gegenwart. Ich bin fürwahr kein Verstorbener, wie Mich die Welt ansieht. Mir trotzt kein Tod, sondern über alles sterbliche hin lebe Ich. Und Ich war wohl tot, um der Welt Sünde willen ging Ich durch den Tod und der wirft einen langen Schatten über die ganze Erde, bis an den jüngsten Tag, und siehe, lebendig bin Ich nun doch von Ewigkeit zu Ewigkeit: so hast du wohl den Sieg bei Mir gewiss gegen alle Tyrannen- und Ich habe die Schlüssel des Todes und der Hölle, bin also HErr darüber, wer sterben und im Tode liegen soll und wer nicht,
19.
so stehe nun ganz getrost bei Mir. Hierin sollst du für dich wohl genug haben, wenn du Mich nur so vor Augen und im Herzen behältst; aber schreibe, was du gesehen hast, dass auch andere nach dir dies ebenso schauen und Trost haben, ja erkläre ihnen, was wirklich ist, dass sie trotz aller Gefahren, die man erkennen muss, sich nicht durch den schrecklichen Schein von des Teufels Weltherrschaft zu zaghaft machen lassen, und zeige ihnen auch, was danach geschehen soll ihren Sieg auch völlig offenbar zu machen, dass sie nämlich ewig triumphieren werden über alle feindlichen Mächte. Zeige der Kirche Bestand und ihren Weg!
20.
Erkläre ihnen das Geheimnis der sieben Sterne, die du gesehen hast in Meiner rechten Hand und die sieben goldenen Leuchter, was es eigentlich mit Meiner Zeugenschaft und Kirche auf Erden auf sich habe: dass sie eine himmlische Welt ist, die Ich trage, Licht für die ganze irdische Menschheit. Das ganze Christentum ist also auch zu bezeichnen: Geheimnis von der Kirche und ihrem Regiment. Die sieben Sterne sind Engel oder göttliche Boten der sieben Gemeinden und die sieben Leuchter, die du gesehen hast, sind sieben Gemeinden, d. h. die Kirche auf Erden. Der HErr ist also wahrhastig in Seiner Kirche, Er der Allerhöchste und Ewige, was kann ihr also mangeln oder schaden, wenn sie nur an Ihm bleibt? Er hält auch das Predigtamt, durch welches Er sich, weil's Sein Wort hoch öffentlich führt, besonders kund tut, in Seiner eigenen Rechten hoch empor, so soll ein Apostel oder Prediger sich nicht als zu Grunde gehend ansehen, wenn er mal mit Johannes von der Welt abgesetzt und verbannt sein muss: wenn er nur in der Hand des HErrn bleibt, indem er nur Christum im lauteren Evangelio bekennt.
Dies ist also der HErr und Seine wahre Kirche; so ist's bei Gott, so ist die Wahrheit, die ewige Idee; es fragt sich jetzt allein noch, wie wir in der Zeit an unserem Orte der Idee entsprechen, ob wir glauben, und also im Glauben am lauteren Worte Christi bleiben und daraus leben; gegeben hat Er's uns so, dass wir in Ihm lauter Licht, Leben, Friede und Freude sein müssten: in Ihm haben wir Alles, und was noch gegen uns streitet in dieser niederen Welt, muss uns noch sicher zum Zeichen unsers Triumphes in Jesu Christo dienen.
Gebet. Jesu, gib uns zu sehen, was wahrhaft ist, dass wir ledig werden von aller Furcht vor bloßem Scheinen: gib uns Dich zu sehen als Den, der Du bist, so ist uns in Allem geholfen, so wir Deine Erscheinung im Herzen behalten. Das wollest Du geben, lieber HErr! Amen.