Bode, Otto - Die Bußpredigt des Johannes.

Bode, Otto - Die Bußpredigt des Johannes.

4. Advent.

Luk. 3, 1-9:
In dem fünfzehnten Jahr des Kaisertums Kaisers Tiberii, da da Pontius Pilatus Landpfleger in Judäa war, und Herodes ein Vierfürst in Galiläa, und sein Bruder Philippus ein Vierfürst in Ituräa, und in der Gegend Trachonitis, und Lysanias ein Vierfürst in Abilene; da Hannas und Caiphas Hohepriester waren, da geschah der Befehl Gottes zu Johannes, Zacharias Sohn, in der Wüste. Und er kam in alle Gegend um den Jordan, und predigte die Taufe der Buße, zur Vergebung der Sünden; wie geschrieben steht in dem Buch der Rede Jesaias, des Propheten, der da sagt: Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, und machet seine Steige richtig. Alle Täler sollen voll werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was krumm ist, soll richtig werden, und was uneben ist, soll schlechter Weg werden. Und alles Fleisch wird den Heiland Gottes sehen. Da sprach er zu dem Volk, das hinaus ging, dass es sich von ihm taufen ließe: Ihr Otterngezüchte, wer hat denn euch gewiesen, dass ihr dem zukünftigen Zorn entrinnen werdet? Seht zu, tut rechtschaffene Früchte der Buße, und nehmet euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Es ist ist schon die die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; welcher Baum nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und in das Feuer geworfen.

Herr, gib Augen, die was taugen,
Unsre Sünde recht zu sehn;
Herr, gib Ohren, recht zu hören,
Deinen Bußruf zu verstehen;
Herr, gib Herzen, deinen Willen
In Gehorsam zu erfüllen. Amen.

„Er wird vor dem Herrn hergehen im Geist und Kraft des Elias, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern“, so sprach der Engel des Herrn, der dem Zacharias die Geburt Johannes des Täufers verkündigt. Und der Vater selbst, als er den Sohn auf den Armen hält und ihm das Band der Zunge wieder gelöst ist, weissagt von ihm: Du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen, du wirst vor dem Herrn hergehen, dass du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volke, die da ist in Vergebung ihrer Sünden.

So ist durch Engel- und Menschenmund voraus bezeugt, was Johannes des Täufers Bußpredigt zu bedeuten hat. Sie gilt aber nicht nur für jene, sondern für alle Zeit und alles Volk in der Welt.

Alljährlich bedürfen wir dieser Bußpredigt vor Weihnacht. Ihr wisst, was unsere Taufe zu bedeuten hat, durch die wir als Kinder in den Gnadenbund aufgenommen sind. Soll der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße ersäuft werden und sterben, so wird uns besonders in der Adventszeit die Frage ans Herz gelegt: wie stehts denn mit deiner täglichen Reue und Buße?

Willst du an der großen Freude teil haben, die auch in diesem Jahr wieder allem Volk widerfahren soll, so muss zuvor eine große Traurigkeit über dich gekommen sein, die Paulus eine göttliche Traurigkeit nennt, welche wirkt zur Seligkeit eine Reue, die niemand gereut.

Die Heilige Schrift weiß nichts davon, dass mit einer einmaligen gründlichen Traurigkeit die Schmerzen der Buße für immer abgetan seien, dass uns hier schon durch den Glauben ein ungetrübter Freudenstand geschenkt sei, im Gegenteil, der Apostel lehrt (2. Kor. 5, 4): solange wir in der Hütte sind, seufzen wir und sind beschwert. Kennt ihr nicht aus Erfahrung die Notwendigkeit eines täglichen Kampfes gegen die Sünde, die uns immer noch anklebt und träge macht (Ebr. 12, 1)?

Darum lasst uns heute die Bußpredigt des Johannes hören und beherzigen als eine auch an uns gerichtete und für uns hochnötige, indem wir bedenken ihr Wann und Wo? ihr Wie? ihr Warum und Wozu? oder mit andern Worten: ihre Zeit und ihren Ort, ihren Inhalt und ihre Frucht. Herr, heilige uns in deiner Wahrheit, dein Wort ist die Wahrheit.

1.

Ganz genau beschreibt Lukas die Zeit der Bußpredigt,, dass dieselbe geschah nach einem Befehl Gottes unter dem Kaiser Tiberius, dem Landpfleger Pontius Pilatus, den Vierfürsten aus dem Hause Herodes, den Hohepriestern Hannas und Kaiphas. Das sind ganz dieselben Leute, unter deren Regiment etliche Fahre später das Lamm Gottes zur Schlachtung geführt ward, als die Predigt der Buße an Israel vergeblich gewesen war. Gerade zu der Zeit, die Gott zuvor versehen, muss die Bußpredigt anfangen. Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn. Zur Zeit der Schatzung schenkt er der Welt den größten Schatz.

Aber sie erkennt es nicht. Als die Zeit erfüllt war, geschah der Befehl Gottes an Johannes, zu predigen die Taufe der Buße. Der Herr der Zeit weiß für alles die rechte Zeit und Stunde. Ganz Jerusalem erschrickt, als die Weisen aus Morgenland kommen mit der Frage nach dem neugeborenen König, so erschrickt dreißig Jahre später das ganze Land, als Johannes seine Bußpredigt beginnt. Die Völker des römischen Reichs erzittern vor dem grausamen Kaiser Tiberius, die Kinder Israel sollen erzittern vor dem gerechten Gott, der durch Johannes Buße predigen lässt: O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort! Schwarze, schwere Wetterwolken sind am Himmel, die Blitze zucken, die Donner Gottes rollen, unheimliche Schwüle ist auf Erden, ist das nicht die rechte Zeit zur Bußpredigt? „Ach, dass du den Himmel zerrissest und führest herab! Dass die Berge vor dir zerflössen!“ Die Berge der Sünde, wie schwer liegen sie auf uns! „Ach Hüter, ist die Nacht schier hin?“

Ist nicht auch heute solch eine Zeit? Friede auf Erden! singen Weihnacht die Engel und unsre Weihnachtslieder gleicherweise. Aber durch den ganzen Erdteil, den wir bewohnen, geht die Ahnung schrecklicher Kriege. Keine Menschenmacht ist im Stande, das Wetter aufzuhalten. Gerüstet sind die Völker ringsum. Schon lodert ihr Zorn und Hass wie unheimliches Wetterleuchten.

Dürfen wir nun die Wände mit losem Kalk tünchen, dass wir rufen: Friede, es hat keine Gefahr!? Oder sollen wir sagen: verlasst euch auf die vielen hunderttausend Kriegsleute? Heißt es nicht in der Schrift: Verflucht ist, wer sich auf Menschen verlässt, wer Fleisch für seinen Arm hält und mit seinem Herzen vom Herrn weicht!? Ja, der Rohrstab, auf den du dich stützt, wird dir durch die Hand gehen.

Und nun lasst uns an den Ort gehen, wo Johannes Buße predigte. Der Befehl Gottes kam zu ihm in der Wüste. Er ging in die Gegend am Jordan, zu predigen die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. Jesaia hat von ihm geweissagt, dass er sein soll die Stimme eines Predigers in der Wüste. Nicht Jerusalems Tempelhallen, nicht Jerichos Rosengärten und Palmenhaine, nicht Tabors oder Karmels Höhe, sondern die Wüste am Jordan ist der rechte Ort der Bußpredigt.

Ist nicht diese Wüste ein Bild eures eigenen Herzens und Lebens? Sonst ist wohl, wo ein Fluss rauscht, eine fruchtbare Aue, aber hier am Jordan ist Wüste. Hier sollen euch die Augen aufgehen, dass ihr selbst eine Wüste seid, wüste Menschen. So lange ihr im Tempel eure Opfer bringt, in Jerusalem gute Tage habt, bildet ihr euch ein, ihr wäret Gott wohlgefällig. Wohl strömt der Jordan durch diese Wüste, aber vermag sein Wasser die Wüste in einen Garten Gottes zu verwandeln? Im toten Meer ist sein Ende. So wird's auch mit euch sein.

Die Geschichte der Kinder Israel hat hier ihr sichtbares Abbild. Der See Genezareth, durch den der Jordan sich ergossen hat, ein Bild der herrlichen Zeit unter David, wo jeder unter seinem Weinstock und Feigenbaum sicher gewohnt hat. Nun kommt die Zeit der Heimsuchung. Wenn Israel nicht Buße tut, wird das Land zur Wüste. Der Strom lebendigen Wassers, der sich in den Propheten und Psalmen durchs heil. Land ergossen hat, kann die Gerichte Gottes nicht aufhalten. Wie der Jordan ins tote Meer fließt, das Gottes Gericht über Sodom predigt, so verschwindet Israel unter den Völkern der Erde, so es nicht Buße tut.

Das predigt Johannes in der Wüste. - Gilt das nicht auch uns? Ist nicht im Winter, der uns umgibt, die Erde wie eine Wüste? Predigt uns nicht jeder Tag: alles Fleisch ist wie Gras und all seine Herrlichkeit wie die Blume des Feldes!? Und wenn die Schrecken des Krieges über uns kommen von Ost und West, und der Herr uns nicht gnädig ist, wird dann nicht auch unser Land zur Wüste werden, wie das heil. Land? Ja gewiss, es ist Zeit, Buße zu tun, und nicht nur hier im Gotteshause ist der Ort dazu, das ganze Land in seinem Winterkleid predigt uns Buße.

2.

Wie hat Johannes damals Buße gepredigt, und gilt das auch uns noch?

Ihr Otterngezüchte, wer hat euch gewiesen, dass ihr dem zukünftigen Zorn entrinnen werdet? Welch eine scharfe, schneidige Predigt.

Nach dem Ev. Matthäi sind es die Pharisäer und Sadduzäer gewesen, die er also anredet. Die letzteren, welche die Auferstehung, das Gericht und die Ewigkeit leugnen, mögen jenen Namen verdienen, aber wir Pharisäer? Du tust uns Unrecht, denn wir befleißigen uns doch, mit Fasten und Beten, Opfern und Almosen Gottes Wohlgefallen zu verdienen, warum nennst du uns Otterngezüchte? Darum, weil ihr euch von der alten Schlange, vom Vater der Lüge, mit einer falschen Gerechtigkeit betrügen lasst, mit eingebildeter Selbstgerechtigkeit. Nehmet euch nicht vor zu sagen: wir haben Abraham zum Vater, denn Gott kann und will sich aus den Heiden Kinder erwecken.

Scharf und schneidig muss auch heute noch die Bußpredigt sein, wenn sie Frucht bringen soll. Denn mitten in der Christenheit, nicht etwa bloß in der römischen Kirche, sondern mitten unter uns haben die Pharisäer ihren Stuhl und die Sadduzäer das große Wort. Gott gebe uns darüber erleuchtete Augen, uns selbst zu erkennen.

Ist es nicht eine alltägliche Rede unter uns: Was soll ich Buße tun wie der und der? Die und die müssen sich bekehren, aber ich? Ich habe den lieben Gott zum Vater, setze all mein Vertrauen auf ihn, befleißige mich, meine Pflicht zu tun, was fehlt mir noch? Sprichst du nicht so als ein Blinder in lauter Selbstgerechtigkeit?

Und wenn andere unter uns hören auf die Rede der Sadduzäer: „macht hier das Leben euch recht schön, kein Jenseits gibts, kein Wiedersehn!“ und ihr lebt nun leichtfertig in den Tag hinein, ohne euch vor dem heiligen Gott und seinem Gericht zu fürchten, trifft euch da nicht der Name Otterngezücht?

Ja, scharf und schneidig muss die Pflugschar durch den hart gewordenen Acker gehen, wenn die Erde locker werden soll, um den guten Samen aufzunehmen.

Tiefe Wunden muss uns der Herr schlagen, und brennen müssen diese Wunden, dass wir uns ganz elend und jämmerlich fühlen. „Wehe euch, die ihr Kissen macht den Leuten unter die Arme und Pfühle zu den Häuptern, die Seelen zu fangen“, spricht der Herr zu den falschen Propheten, die über alle Sünden den Mantel der Liebe hängen, statt Wunden zu schlagen. Hört, wie Johannes predigt: Schon ist die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Fühlst du schon die Schläge der Axt?

Jahresringe legt jeder Baum, der noch Leben in sich hat, um seinen Stamm, dass er dicker und stärker wird, aber sind das Früchte?

Dass du sprichst: ich bin mit Ohren 60, 70 Jahre alt geworden, ist das eine Frucht, die vor Gott gilt? Dass du nicht in grobe Sünden und Schanden geraten bist, ist das genug?

Du berufst dich auf Weib und Kind, dass du einig mit deinem Weibe gelebt, deine Kinder gottesfürchtig erzogen, mit den Nachbarn in Frieden gelebt hast? Wirklich in Frieden? Wirklich in Gottesfurcht? Wirklich in Einigkeit des Geistes und als Arbeiter im Weinberg des Herrn? Für dich hast du gelebt, für die Deinen gesorgt, ist das Gottes Liebe? Ist das Nächstenliebe? Kennst du die neuen Früchte des Geistes, die Paulus beschreibt, und hast du sie?

Schon blinkt die scharfgeschliffene Axt in der Hand des Herrn. Schon fallen die ersten Schläge auf den hohlen Stamm des alten Baums. Willst du sagen: ich bin nicht hohl und faul? Warte nur, bis die Schläge in das Mark des Baumes kommen. An der Oberfläche ist noch etwas Saft und Kraft, auswendig bist du noch satt und stark, aber inwendig - vor Gottes Augen bist du hohl und faul. Bei Nacht leuchtet das faule Holz, aber bei Tag sieht man, dass es faul ist.

Ist nun gar nichts mehr zu hoffen? Ist die scharfe Bußpredigt eine unbarmherzige Gerichtspredigt? Das sei ferne. Der Heiland ist nicht gekommen, dass er die Welt richte, sondern dass er rette und selig mache. Darauf weist auch Johannes hin.

3.

Das Warum und Wozu? ist bei seiner Bußpredigt lieblich und lockend.

„Alles Fleisch soll das Heil Gottes sehen“. Gott will, dass allen Menschen geholfen werde. Das soll auch bei dieser Bußpredigt allen so ins Auge fallen und zu Herzen gehen, dass keiner eine Entschuldigung haben wird. Wäre die Bußpredigt nichts weiter als richterliche Strafpredigt, wie viele würden verzagen und verzweifeln!

Gott sei Dank, hinter der scharfen, schneidigen Bußpredigt steht der freundliche Sünderheiland, der das zerstoßene Nohr nicht zerbricht, den glimmenden Docht nicht auslöscht.

„Alle Täler sollen erhöht, alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden“, predigt Johannes. Wer wollte das auf das Äußere der Erdoberfläche deuten? Es sind die Höhen und Tiefen in der Menschenbrust, das Krumme und Höckerige im Menschenleben, womit eine große Veränderung vorgehen soll.

Kennst du nicht die stolzen Höhen und die dunklen Tiefen in deiner Brust? Weißt du nicht, wie viel Ecken und Schärfen du an dir hast, wie viel Hartes und Herbes? welch eine Liebe Gottes, die nicht müde wird, an uns zu arbeiten!

Alle Sünder sollens erfahren, wie viel Mühe sich der Heiland gibt, die Höhen abzutragen, die Täler auszufüllen und sich selbst den Weg zu bereiten.

Siehe, dort steht er auf des Berges Höhe und hält seine erste Predigt: die geistlich Armen, die Leidtragenden zieht er zu sich hinauf. Siehe, dort tritt er zu Petro ins Schiff: fahret auf die Höhe, und dann, als Petrus erschrocken zu seinen Füßen liegt: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch - richtet er ihn auf. So gehts auf die Höhen und in die Tiefen. Das ist die Heilsarbeit an den Seelen, die Einen zu erniedrigen, die Andren zu erhöhen. Zu Jesu Füßen liegt die große Sünderin, sie weint bitterlich. Die Pharisäer, auf den Höhen der Selbstgerechtigkeit, sehen stolz herab auf das betrübte Weib. Aber der Herr richtet auf; er stößt die Gewaltigen vom Stuhl und erhebet die Niedrigen, die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer.

Wie im Leben, so ist's auch in seinem Sterben: Erniedrigung der Einen, Erhöhung der Andern. Den Schächer nimmt er mit sich ins Paradies, die Selbstgerechten fahren dahin in ihrer Verblendung. Ist's nicht auch heute noch so?

Jener König, der auf seinem Sterbebett lag, als sein Hofprediger ihn anredete: Großmächtigster König, gab zur Antwort: ein armer Sünder bin ich, der aus Gnaden selig werden möchte. Und jener zum Tode verurteilte Mörder, der alle Mahnungen und Tröstungen der Priester verstockt von sich wies, wurde endlich durch eine fromme Jungfrau, die ihn besuchte, zur Buße geleitet. Seht, wie dort ein hoher Berg erniedrigt, und hier ein tiefes, dunkles Tal erhöht wird.

Habt ihr nicht dasselbe im eignen Leben erfahren? Wie oft hat dich der Herr, wenn du in deinen Gedanken auf stolzer Höhe warst, heruntergestürzt, dass du dich wie ein Wurm im Staube krümmen musstest! Wie oft, wenn du in dunkler Tiefe warst, in Sündenangst die Hände rangst, ist Er zu dir getreten: sei getrost, ich führe in die Hölle, ich führe dich auch heraus.

Siehe, das ist Gottes Lamm!

Das ist der Höhepunkt der Johanneischen Bußpredigt, das Liebliche und Lockende. Fürwahr, Er trug unsre Krankheit.

Das sind die ärmsten Kranken, die sich einbilden, sie wären gesund, bedürften des Arztes nicht und weisen ihn von der Tür, wenn er anklopft. wie viele auch unter uns, die ihre Krankheit, die zum Tode ist, nicht erkennen! Siehe, heute wieder tritt der Herr zu dir, er will dir den Star stechen, dass du siehst und schreist: meine Sünden gehen über mein Haupt, ihrer ist mehr denn Haare auf meinem Haupt, wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden! Auf dein Kyrie Eleison hat er schon seine Antwort bereit: Ich vertilge deine Sünde wie die Wolke und deine Missetat wie den Nebel, ich verwandle die Wüste in einen Gottesgarten.

Ich bitte Euch, Geliebte in Christo, bringt doch heute die Opfer, die Gott gefallen, einen geängsteten Geist und ein zerschlagenes Herz, und stimmet ein in das Bußlied unsres Dr. Luther:

Ob bei uns ist der Sünde viel,
Bei Gott ist viel mehr Gnade;
Sein' Hand zu helfen hat kein Ziel,
Wie groß auch sei der Schade;
Er ist ja doch der gute Hirt,
Der Israel erlösen wird
Von seinen Sünden allen.

Amen.

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